Was würdet ihr tun? Meine aktuelle Riester-Problematik

Hallo liebe Leser ,

natürlich habe auch ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen , deshalb hat mich ein Gespräch mit meiner Schwäbisch-Hall Beraterin diese Woche zum Grübeln gebracht. Ich nutzet diesen Beitrag um mir selbst einen Überblick über meine Optionen zu verschaffen und gleichzeitig um euch das Thema / Die Problematik zu verdeutlichen. Vieleicht hat ja jemand einen genialen Einfall oder auch nur eine Meinung dazu die mich in eine Richtung bringt.

Meine aktuelle Situation

Das Thema lautet Riester-Förderung – ich habe zwei bestehende Verträge, die ich in diesem Zuge für relevant halte/hielt. Abgeschlossen vor zig Jahren weil „man das halt so macht“ wenn man sich nicht selbst informiert :D. Persönlich wohne ich zur Zeit noch in Miete. Ein Hausbau oder Umbau einer vererbten Immobilie ist in den nächsten 5-10 Jahren geplant. Zeitdruck habe ich aktuell keinen , muss also nicht zwingend bei den jetzigen Hochpreisen bauen.

Vertrag 1 : RiesterRente Vertrag 2 : Bausparvertrag Klassik
Ergo Logo bauspar schwäbisch hall
Eckdaten: Eckdaten:
Abgeschlossen: 2008
Abschlussgebühren: bezahlt
Fondsgebundene (50%) Riesterrente
Ende Einzahlungsphase: 2053
Rentengarantiezeit: 18 Jahre / Mindestrente ca 40 €
Sparrate aktuell: 20 €
Verwaltungskosten: ca 30 € /Jahr
Aktuelles Guthaben: ca 3.000 €
Abgeschlossen: 2008
Abschlussgebühren: bezahlt
50.000 € Bausparvertrag
Guthabenzins: 1,00 %
Darlehenszins(eff.): 4,09 %
Sparrate aktuell: 290 €
Verwaltungskosten: KEINE
Aktuelles Guthaben: ca 11.000 €

 

Problem : Nicht genutzte Förderung

Wie ihr seht habe ich mittlerweile den Glauben / das Interesse an der Riesterrente (bzw der Umsetzung durch die Versicherer) ein wenig verloren. Die 20 € Sparrate hatten in den ersten 3 Jahren während meiner Ausbildung noch gereicht um mir die staatliche Zulage (154 €) zu sichern. Seitdem natürlich nicht mehr. in 2015 habe ich gerade noch 28 € Förderung erhalten. Ich möchte aber aus diversen Gründen meinen Beitrag dort nicht erhöhen:

  • Das Geld ist gebunden und ich kann es nicht so einfach rausziehen
  • Ich setzte damit auf einen von Ergo gemanagten Fond mit Ausgabeaufschlag (5%) und TER von 2,33% (Meag Global Chance) – aber immerhin hat er in den letzten 10 Jahren 44% plus gemacht.
  • Die jährlichen Gebühren sind hoch.

 

Mein Plan: Umschichten und weiter Riestern

Mein Plan war bis gestern folgender: Ich nehme das ganze Guthaben aus dem ErgoVertrag raus und schichte es in den Bausparvertrag auf den ich zukünftig auch die Riesterförderungen laufen lasse . Durch den hohen Sparbetrag kann ich diese dort voll ausschöpfen (Förderung + Steuererstattung).Außerdem kann ich so die (vergleichsweiße) „guten“ Sparzinsen nutzen bis er Auszahlungsreif wird. Das Darlehen würde ich im aktuellen Zinsumfeld natürlich nicht nutzen.

Aber schon nach ein paar Minuten mit meiner Beraterin der Schwäbisch Hall war klar:

absage

 

Warum Wohnriester doch irgendwie anders ist

Mein Plan beruhte auf der Annahme, dass ein Bausparvertrag sich ohne Probleme in einen Wohnriester-Bausparvertrag umwandeln liese und das Guthaben des „anderen“ Riestervertrages ohne Probleme übertragbar wäre.

In einem Punkt hatte ich (fast) recht: Das Guthaben des ErgoVertrages kann man wohl auf einen Wohnriestervertrag übertragen. Aber kostenlos macht das die Ergo natürlich nicht. 75 -150 € Gebühr für den Wechsel, konkrete Zahlen habe ich nicht gefunden).

Allerdings musste ich lernen: Wohnriester und Bausparvertrag sind zwei unterschiedliche Dinge.

Auf einen Bausparvertrag (Klassik) kann keine Riesterförderung fließen. Dafür kann man das dort vorhandene Guthaben/Darlehen sehr frei nutzen. (Auch für Renovierung oder gänzlich für was anderes wie z.B. Auto). Positiv anzumerken ist noch, dass ich anscheinend nicht gezwungen bin die 40% des Darlehensbetrages anzusparen. Durch die lange Laufzeit komme ich (lt Aussage der Beraterin) mittlerweile problemfrei und kostenlos an mein Geld wenn ich das möchte (Teilung des Vertrages, Zuteilungspunkte sind durch die Laufzeit erreicht).

Auf einen Wohnriestervertrag kann man Riesterzulagen laufen lassen – aber keine VWL (vermögenswirksame Leistungen) des Arbeitgebers. Außerdem darf ein Wohnriester nur zu Erwerb oder altersgerechtem Umbau von Wohneigentum genutzt werden.

Damit war mein Plan hinfällig und ich muss mir jetzt was neues überlegen. Natürlich hat es sich meine Beraterin nicht nehmen lassen mir direkt einen Vorschlag zu unterbreiten 😉 :

Alternativplan 1: Bauspardoppel ohne Ergo

Der Plan meiner Beraterin war wie folgt:

  1. Der bestehende Bausparvertrag mit einer geringeren Sparleistung ( 130 €) fortführen um die 1% Zinsen zu nutzen. Quasi als „erweitertes“ Tagesgeld
  2. Einen zweiten Vertrag abschließen – Wohnriester. Konditionen: 0,1 % Sparzinsen, 1,75 eff Darlehenszinsen. Bausparsumme: 70.000 €.  Dort das Geld aus der Ergoversicherung übertragen und die vollen Zulagen + maximale Steuerersparnis nutzen. Beitrag: 160 €. Abschlusskosten: 700 € , Jährliche Verwaltungskosten : 18 €

Das offensichtlichste Minus springt natürlich sofort ins Auge. Dieser „Umzug“ kostet mich schonmal knapp 900 € (700 € Abschlusskosten + Übertragungskosten der Ergo) . Die jährlichen Verwaltungskosten von 18 € sind auch unschön aber immerhin nur knapp 50% dessen was ich bei Ergo zahle.

Auf der Habenseite stehen dann zukünftig Zulagen von 154 € pro Jahr + eine (von ihr berechnete) Steuerersparnis von ~ 350 € /Jahr die ich aktuell nicht nutzen kann.

 

Alternativplan 2 : Hauptsache Zulagen

Wenn ich die Zulagen haben will ohne die horrenden Kosten eines Neuabschlusses sowie Übertrages zu haben bleibt mir nur den Ergovertrag aufzustocken.

Pro : Keine Abschlussgebühren,Vertrag bereits „bezahlt“, Zulagen und Steuervorteile könnten genutzt werden.

Contra: Hohe laufende Kosten (verwaltungsgebühren + Fondsgebühren). Geld ist gebunden, Fonds könnte Verluste machen.

Alternativplan 3 : Scheiß auf Riester

Der radikalste Schritt der eigentlich genau das Gegenteil von dem ist was ich erreichen wollte: Ich kündige das Riesterdepot , zahle die erhaltenen Zulagen zurück (ca 800 €) , zahle die Kündigungsgebühr (ca 150 €) und kann die restlichen 2100 € in mein ETF Depot oder meinen bestehenden Bausparer umschichten.

Alternativplan 4 : Keine Änderung

Ich könnte auch einfach alles so lassen wie es ist. Dann habe ich kaum Zulagen aber auch keine direkten Kosten. Ich verliere durch den unvorteilhaften Ergovertrag weiterhin 30 € (Verwaltungsgebühren) +X € (Fondsaufschlag + Management) im Jahr und der Fonds könnte nach unten drehen.

 

Mein aktuelles Fazit: Ich bin gespalten

unentschlossen

 

Eigentlich will ich die Riesterzulage + Steuerersparnis auf jeden Fall haben – das sind knapp 500 € im Jahr die ich ungern liegen lassen will. Ebenfalls finde ich natürlich die Option interessant mir den Bausparzins von 1,75 % zu „sichern“. Und sei es nur um einen Immobilienkredit in den nächsten Jahren damit abzusichern (Endfälliges Darlehen etc). Und auch die Konditionen des Riestervertrages sind so schlecht, dass ich diesen gerne loswerden würde. Allerdings bei meinem angenommenen Zeithorizont von 5-10 Jahren bleibt von der Zulage so gut wie nichts übrig weil alles für Gebühren draufgehen würde wenn ich Plan 1 nehme. Also keine wirkliche Win-Situation.
Alle anderen Alternativpläne gefallen mir irgendwie noch weniger.

Und bei euch?

Wie steht es bei euch? habt ihr auch solche „Altlasten“ im Ordner? Nutzt ihr die Riesterzulagen oder sind euch die damit verbundenen Kosten/Verträge zu abschreckend? Ein genialer Tipp für die konkrete Lösung meines Problems wäre natürlich auch sehr willkommen 🙂

23 Replies to “Was würdet ihr tun? Meine aktuelle Riester-Problematik

  1. Meine Frau und ich hatten bisher jeweils einen Riester-Vertrag über DWS. Das war vor ca. 10-12 Jahren auch noch einer der guten Deals.
    Nachdem ich aber dieses Jahr ein Gespräch mit einem Honorarberater hatte, habe ich entschieden die beiden Verträge zu kündigen und das bisher angesparte Vermögen zu fairr.de umzuziehen.
    Das hat den Vorteil, dass ich dort sehr wenig Gebühren bezahle und die Aktien (bzw. ETF-Quote) deutlich höher ist als bei DWS.

    1. Hey Sodl,

      Danke für deinen Kommentar. Fairr.de hatte ich mir auch schon einmal angesehen aber aus irgend einem Grund wieder verworfen. Werde ich mir im Zuge meiner Entscheidungsfindung aber auch nochmal anschauen.

      mfg
      Oli

  2. Hallo Oli,

    Mit diesem Problem habe ich mich im Frühjahr auseinander gesetzt. Ich wollte auch meinen aktuellen Riestervertrag in einen Wohnriester überführen.
    Letztendlich habe ich mich anders entschieden. Denn Wohnriester hat nicht nur Vorteile. Nachteile sind: Der Kredit muss bis zum 68 Lebenjahr getilgt sein, im Alter fällt eine nachgelagerte Besteuerung an. Der Traum vom „Mietfreien“ wohnen im Alter ist damit obsolet.

    Aus meiner Sicht hast du folgende mögliche Alternativen.
    1. Du kündigst deinen Ergovertrag und zahlst die ca. 950 € zurück.
    Ersparnisse: Abschlusskosten für Wohnriester von 700 €
    2. Du führst deinen Ergovertrag fort ca. 525 € Steuerersparnis incl. Zulagen (175 € ab 2018) ./. 30 € Verwaltungskosten und Minus dem unbekannten Ausgabeaufschlag.
    Ersparnisse: Abschlusskosten für Wohnriester 700 € u. Kündigungsgebühren 150 €.
    3. Du suchst eine Alternative zum Wohnriester ohne Abschlusskosten und mit geringen Verwaltungskosten.
    Ersparnisse: Abschlusskosten Wohnriester 700 € und die Differenz zu den Verwaltungsgebühren

    Meist kann man sich bei den üblichen Riesterverträgen zum Rentenbeginn einmalig 30% der gesparten Summe auszahlen lassen (bei Wohnriester geht dies nicht, da das Geld ja im Haus steckt), was meiner Meinung nach zusätzlich für die klassische Verträge spricht.

    Ich habe mir eine Excel Tabelle gemacht alle Kostenbis Ende des Vertrages eingetragen und bin am Ende zähneknirschend bei meinem alten Vertrag geblieben, da er durch die bereits bezahlten Abschlusskosten zukünftig die geringsten Kosten verursacht.

    Und denke vielleicht mal darüber nach, ob du dich heute wegen Steuerersparnissen abhängig machen möchtest. Bis du mal Geld aus deinem Vertrag erhältst, können sich die Steuergesetze noch oft ändern.

    Take care,

    June

    1. Hey June, danke für deinen ausführlichen Kommentar.

      Ich denke auf eine Excelliste um meine Ausgaben/Möglichkeiten zu berechnen wird es bei mir auch hinauslaufen. Ich hab das bisher noch nicht gemacht weil ich erstmal die Rückmeldung aus der Community abwarten will um zu sehen ob es vlt noch weitere Optionen gibt die sich zu betrachten lohnen.

      Mit den Steuern hast du allerdings rechts – vlt sollte ich das weniger gewichten weil es nicht sicher ist, dass es so bleibt. Andererseits – für die Riesterzulage auf die nächsten 30 Jahre würde ich aktuell auch keine Hand ins Feuer legen ^^.

      mfg
      Oli

  3. Hallo Oli,

    deinen bestehenden Riestervertrag kannst du ja nicht zum Bauen nutzen, also muss man ihn gegen die Alternative ETF legen. Von deinen Angaben ausgehend wird dieser Vergleich selbst bei voller Förderung krass zu Gunsten des ETF ausgehen (aktuell ja sowieso, wenn die Verwaltungskosten bereits die Förderung übersteigen). –> Option 2 & 4 scheiden aus und der bestehende Riestervertrag kommt weg

    Jetzt hast du also ca 3.000€ aus dem Ergo Vertrag, die du entweder in das Wohnriestern (900€ Abschluss-/Transferkosten) oder deinen bestehenden Bausparvertrag (900€ Zulagenrückzahlung & Kündigungskosten) anlegen kannst. In beiden Verträgen wird am Ende ca. 2.100€ ankommen. Die Option das Geld in ETF zu packen halte ich bei den von dir angegebenen Zeitraum von <10 Jahren für zu riskant. Du planst ja offensichtlich mit dem Geld für den (Um)bau.

    Deine Entscheidung ist meiner Meinung nach also zwischen den Bausparverträgen:
    0.9% mehr Zins und keine Einschränkungen vs. Sicherung des günstigen Darlehens plus die Riesterförderung. Ab hier ist es keine Zahlenentscheidung mehr, sondern es kommt auf dein Gefühl an (Einschränkungen?, günstiges Darlehen in 8 Jahren nutzen?, etc.)

    Besten Gruß

    1. Achja, zuerst den Riestervertrag mit ETF vergleichen und nachher dann nicht in ETF anlegen ist übrigens kein Widerspruch. Nur weil einem der Riestervertrag zuerst keine Wahl lässt, heißt das ja nicht, dass man sie nicht treffen darf wenn man die Wahl nach der Kündigung doch bekommt.

    2. Hey Finanzdirektor,

      danke für deine ausführlichen Kommentar und Berechnung :-). Schön veranschaulicht warum der Übertrag in einen der beiden Bausparer finanziell erstmal aufs gleiche rauskommt.

      Ob ich die konkreten 3000 € die aktuell im ErgoVertrag liegen für den Umbau brauche ist noch nicht sicher. Ich denke die ETF Variante (dann als wirkliche Zusatzrente) ist immer noch interessant.
      Ich werde auf jeden Fall in einem weiteren Post meine Entscheidungsfindung und „Lösung“ dafür mit euch teilen.

      mfg
      Oli

  4. Hallo Oli,

    das ist ja eine recht schwierige Situation. Ich hab aber folgende Idee für dich:

    Wenn es möglich ist den Riestervertrag bei der Ergo ruhen zu lassen, dann würde ich das tun.
    Jetzt zu dem Bausparvertrag. 1% Prozent Guthabenzinsen ist ja nicht so schlecht. Aber 4,09% Darlehnszinsen sind viel zu viel. Somit macht es keinen Sinn diesen weiter zu besparen. Entweder auch ruhen lassen und die 1 Prozent Zinsen kassieren. Oder den Vertrag kündigen (das sollte nach 8 Jahren kostenlos möglich sein) und versuchen die 11.000 anders anzulegen wo es mehr als 1 Prozent Zinsen gibt. Jetzt hast du nur einen sehr kurzen Anlagezeitraum von 5-6 Jahren. Damit könnte es schwieriger werden. Aber ETFs wären da vielleicht eine gute Alternative.
    Noch was anderes zum Bausparvertrag. Wenn du das Darlehen eines Bausparvertrags in Anspruch nimmst, muss dir klar sein, dass dieser in einer relativ kurzen Zeit (7-8 Jahren) zurückbezahlt werden muss. Bei einem 50.000 Euro Bausparvertrag kann die monatliche Belastung da schon recht hoch ausfallen.

    Daher mein Vorschlag:
    Wie gesagt Ergo ruhen lassen
    Bausparvertrag ruhen lassen oder Kündigen
    Wenn Riester dann einen neuen Bausparvertrag mit Riester aber max. Bausparsumme von 30.000 Euro. Dann aber ganz wichtig!! Drauf achten das du so viel Einzahlst das du die Zulagen bekommst.
    Wenn dann noch Geld übrig ist anderweitig Sparen.

    Ich denke so hast du eine gute Möglichkeit für die Immobile zu Sparen. Der leidtragende dieser Variante ist die Verkäuferin bei der Schwäbisch Hall. Sie bekommt nur Provision für einen recht kleinen Bausparvertrag 😉

    So das war jetzt viel Text. Bei weiteren Fragen kannst du mich auch gerne direkt kontaktieren und wir tauschen noch weiter Meinungen und Erfahrungen aus.

    Gruß Klaus-Dieter

    1. Hallo Klaus-Dieter,

      Danke für deinen ausführlichen Beitrag. Den Riestervertrag ruhen zu lassen geht natürlich – aber die Verwaltungskosten laufen (gemindert) dennoch weiter und „fressen“ damit eigentlich den Vertrag auf. Die Option würde ich also eher nicht wählen.

      Den Bausparvertrag (klassich) den ich schon habe brauche ich nicht zwingend zu kündigen, das Geld könnte ich dort relativ kurzfristig abrufen (sagt meine Beraterin ^^). Da der Bausparvertrag bzw die Sparrate zum risikoarmen Teil meines Portfolios gehört möchte ich das auch nicht umschichten. Und risikoarm bei schneller Verfügbarkeit über 1 % wird aktuell schwer 😉

      Ein kleinerer Wohnriester ist aber auch ein guter Vorschlag – das werde ich mir mal durchrechnen bzw mit den anderen Optionen vergleichen. Danke dafür 🙂

      mfg
      Oli

  5. Bausparvertrag: sollte wie die meisten eine Kündigungsfrist von 3 Monaten haben – ob das „relativ kurzfristig“ ist, musst du selbst wissen xD
    Klar könnte man für die 1% da Geld lassen, ich persönlich finde aber, dass du im Vergleich zu einem Tagesgeldkonto (0,5% Zinsen) gerade einmal 55€ im Jahr gewinnst, jedoch nicht so flexibel bist. Wenn du dann doch mal kurzfristiger als 3 Monate + X Tage Kündigung zum Ende des Monats an das Geld musst wäre es ärgerlich, sich dafür etwas überlegen zu müssen finde ich. Nur so ein Denkanstoß….

    Thema Riester: Ich bin kein Freund von Riester, da es viel zu kompliziert ist, das siehst du ja hier jetzt auch an deinen Überlegungen… Nun ist da jetzt auch nicht so viel Geld drin. Wenn eine kostenlose Ruhestellung nicht geht, kommst du um Kündigung/Wohnriester/Fairriester nicht rum, denn behalten würde ich den Sch*** (entschuldige) so nicht…
    Hier sticht wie ich finde auch wieder die Flexibilitätsfrage… Fairriester und Wohnriester sind mir zu unflexibel. Du schreibst, dass Hausbau/Umbau in den nächsten 5-10 Jahren geplant ist, aber man weiß ja nichts genaues, oder? Du kannst dir niedrige Zinsen mit einem Bausparvertrag sichern, aber das hat halt auch seinen Preis (geringe Guthabenzinsen und Abschlussgebühren). Der angebotene Wohnriester hat meine Ansicht nach zu geringe Guthabenzinsen, zu hohe Darlehenszinsen und zu niedrige Bausparsumme – das ist nichts halbes und nichts ganzes…
    Ich würde dir empfehlen in den sauren Apfel zu beißen und zu kündigen… Dann bist du diesen Klotz los und kannst später selbst entscheiden… Denn (wie ich denke) weißt du noch garnicht wie viel Geld du brauchst und wann du das Geld brauchst? Dann würde ich eine für dich zu vertretende Quote machen an Cashreserve und Investitionsgeld und gut ist…

  6. Hallo,

    ich kann die Situation sehr gut nachvollziehen. Stehe aktuell vor dem gleichen Problem.. Habe noch einen LBS-Riester-Bausparvertrag aus 2009 über 50.000€ mit 0,5% Guthabenverzinsung und jährlichen Kontoführungsgebühren.

    Wie du so schön schreibst, habe auch ich mir das damals halt aufschwatzen lassen. Die Verkäuferin der LBS hat mir natürlich nichts von einem fiktiven Wohnförderkonto erzählt, welches im Alter versteuert werden muss… Im Gegenteil, es wurde nur die schöne fette Riesterprämie ins Rampenlicht gestellt. Auch die Abschlusskosten wurden ,meine Erinnerung nach, wenn überhaupt nur beiläufig erwähnt (ich war 19Jahre alt).

    Bei mir ist der Darlehenszins und die Guthabenverzinsung nicht rentabel, daher möchte ich den Vertrag auch nicht mehr weiterführen und besparen.

    Aktuell schwanke ich auch zwischen fairr oder ich kündige den Bausparvertrag und zahle die kompletten Förderungen etc. zurück. Da tun mir aber die bereits gezahlten 500€ Abschlussgebühr sehr weh.

    Das Problem an fairr ist, dass auch diese einem das Kapital im Alter garantieren müssen und somit müssen diese relativ früh beginnen, das Kapital in sichere Anlagen umzuschichten. Da kann man privat natürlich deutlich länger am Aktienmarkt investiert bleiben. Dafür haben sie mit ETFs verhältnismäßig günstige Konditionen (im Vergleich zu anderen Riesterverträgen). Ein weiteres Problem sehe ich in der Auszahlphase im Rentenalter. Dort muss fairr wieder über einen Versicherer gehen und auch der kostet wieder Geld und aktuell weiß keiner genau wie das mal sein wird. Das hält mich aktuell noch am meisten davon ab, dorthin zu wechseln.
    Wie man so oft liest, verdienen an Riester halt die Versicherer am Besten und das stört mich enorm!

    Der Vorteil ist natürlich die Riester-Zulage, vor allem wenn man dann noch Kinder hat, kann sich das schon lohnen. Denk das weiß man ja oft schon, ob man mal zukünftig noch Kinder möchte.

    Aktuell denk ich, dass man mit ETFs eine höhere Rendite bekommt, aber mit Riester ist man auch gezwungen fürs Alter zu sparen und kann das Geld nicht für was anders verwenden. Ich wette viele werden das ursprünglich fürs Alter gesparte Geld in ETFs mal noch anderweitig ausgeben, wenn es dringend gebraucht wird. Hier sehe ich einen Vorteil von Riester, der Mensch muss oft einfach mal gezwungen werden.

    Den Steuervorteil sehe ich bei Riester nicht, da man im Alter auch wieder alles versteuern muss und ja hier weiß keiner wie sich das bis dahin noch entwickelt. Wenn dann ist der Vorteil nicht so groß wie er einem jetzt erscheint.
    Andererseits weiß aber auch keiner wie viel Kapitalertragssteuer wir in Zukunft bezahlen werden. Wenn dann 42% auf die Gewinne bei den ETFs abgeführt werden müssen, sieht hier die Rendite auch nicht mehr so rosig aus. Weiterhin weiß man nie ob einen der Staat nicht noch weiter bestraft wenn man nicht mit seinem geschaffenen Riester-Produkt vorsorgt… Durch die Erhöhung sieht es auch so aus, als will der Staat daran festhalten und glaubt auch daran..

    Wie du siehst, ich bin hier auch noch am Überlegen und habe für mich aktuell, nur das Ziel, mich dieses Jahr noch zu entscheiden.

    Zu deinem Fall, ich würde nicht wieder einen neuen (Bauspar)vertrag abschließen. Ich habe sowas von genug von den ganzen Bank- und Versicherungsverkäufern.. Die verdienen an mir nichts mehr mit schlechter Beratung… Da ist sich doch jeder selbst der Nächste.. Mein Bruder wollte mal so eine Ausbildung machen in 6 Monaten und da wurde ihm als erstes beigebracht, geh zu Verwandten und Freunden, die vertrauen dir und bei denen wirst schnell verkaufen und Erfolg haben.. Das sagt für mich schon alles… Verkäufer eben, keine Berater…

    Entweder umschichten z.B. zu fairr oder laufen lassen oder kündigen und in dein ETF-Depot investieren. Sorry aber das muss man glaub selber mit sich ausmachen und damit leben können.

    Viele Grüße

    obi

  7. Ich möchte dir drei Punkte empfehlen bzw. zu denken geben:
    – Versuche Riester und Bausparen/Baukredit zu trennen. Eine Vermischung führt nur zu Nachteilen und verzerrt die Betrachtung.
    – Ich bin für deinen „Alternativplan 3“.
    – Riester lohnt sich nicht. Eine schlechte Anlage mit einer Zulage ist immer noch eine schlechte Anlage. Wenn du das Geld ordentlich anlegst, kannst du viel mehr damit erreichen (auch noch flexibler über das Geld verfügen). Der Verlust der entgangenen Rendite wäre höher als der Verlust der Zulagen.

    1. Ich würde dir generell auch von einem Riester-Bausparvertrag abraten. Habe mir einen solchen vor ein paar Jahren zugelegt, man hat mir natürlich auch nichts von einem Wohnförderkonto usw. mit all seinen Nachteilen erzählt 🙂
      Ich habe den Rieser-Bausparer dann nach ca. 1 Jahr ( da habe ich begonnen, mich etwas mehr über die Sache zu informieren 🙂 ) gekündigt und das Ganze in einen Riester-Banksparplan gesteckt (hat mich 100 Euro gekostet). Der wirft zwar nicht viel ab, ich kann aber die Steuervorteile nutzen und er ist vor allem gebührenfrei. Vll ist kommt ja auch ein solcher Banksparplan für dich in Frage, wenn du nicht auf das Thema Riester verzichten willst.

  8. Meinen Riestervertrag habe ich seit zwei Jahren beitragsfrei. Mir ist der Riestervertrag mit dem Vorzug verkauft worden ich könnte das Geld +Zulagen auch für eine Immobilie entnehmen. Kam mir damals aufgrund der Zulagen besser vor als ein Bausparvertrag. (Steuerersparnis gibt es bei Riester meiner Meinung nach nicht. Wird ja dann bei Renteneintritt voll versteuert, sodass der Staat sich das Geld wiederholt. Maximal ein Steuerstundungseffekt). Im Nachhinein war beides ungeeignet und Tagesgeld wäre die geeigneteste Möglichkeit gewesen.
    Die Entnahme ist möglich. Nur wird von der Zulagenstelle das fiktive Wohnförderkonto eingerichtet und dies dann erst mit Renteneintritt versteuert. Bis dahin erhöht sich der Betrag um 2% pro Jahr. Das kann jeder anhand des Zinseszins ausrechnen was dort für Summen zusammenkommen. Dann gibt es zum Renteneintritt die Möglichkeit die Steuer entweder auf mehrere Jahre zu teilen oder mit einem Rabatt mit Einmalzahlung zu begleichen. Bei der Einmalzahlung darf ich das Haus (obwohl dann mein Eigentum) 20 Jahre nicht verkaufen. Sonst müssen auch dann noch die Förderung zurückgezahlt werden.
    Fazit: Wohnriester? Ohne mich. Habe dann das Geld nicht genutzt und seitdem ärgere ich mich über dieses Asset.

  9. Danke an alle die in den letzten Tagen noch Ihre persönlichen Erfahrungen und Tipps eingebracht haben. Sind ein paar interessante Punkte dabei an die ich gar nicht gedacht hatte.
    Ich werde alles versuchen in meinem nächsten Post mit aufzugreifen.

    Danke fürs kommentieren 🙂

  10. Hallo Penningfuxer,

    mit den von dir genannten Zahlen würde ich mich entschließen, mit dem ERGO-Riester-Vertrag Schluss zu machen. Das, was du verlierst an Bearbeitungs-, Kündigungsgebühren, würde ich unter Lehrgeld verbuchen…
    Und ewig lockt das Mörchen / Riesterprämie …. allein deswegen würde ich keinen Riester-Vertrag unterschreiben. Und wie hier schon jemand sagte, Steuergesetze sind ja immer mal im Fluss, wer weiß, was da noch kommt und wie weit Altverträge einen Bestandsschutz genießen.
    Den Bausparvertrag würde ich beibehalten, gerne mit der bisherigen Rate. Dass die „Beraterin“ (=Verkäuferin) dir empfiehlt, doch die Bausparrate runterzusetzen und in Riester zu schieben, mag auch daran liegen, dass sie dir was Neues verkaufen soll – zum einen – und die SH gar nicht möchte, dass Kunden den Bausparvertrag so intensiv besparen – zum anderen (vielleicht haben die ja Probleme, dauerhaft die 1% zu erwirtschaften, die sie dir zugesichert haben)…. und raus kommst da ja kurzfristig, falls du da richtig beraten worden bist.
    Dein Bericht hat mich doch sehr an diesen Blogbeitrag hier erinnert (https://www.finanzwesir.com/blog/eon-geldanlage-katharsis) – ich selbst habe auch eine stillgelegte Riester-Leiche, und werde sie demnächst kündigen. Um das Geld so anzulegen, wie ich möchte. Ohne Einschränkungen, Fristen oder anderes, was mir zu starr und zu unflexibel erscheint. Da gehe ich dann auch mit Verlust raus, aber – Lehrgeld halt. Mund abputzen, weitermachen!

  11. Hallo!

    Brauchst Du Daueraufträge und feste Zahlungsverpflichtungen, um zu sparen?
    Wenn du auch ohne Automatismen Geld sparen kannst, dann Alternativplan 3.
    Wenn du Automatismen brauchst: wie wäre es mit einem ETF-Sparplan?

    Ich weiß ja nicht, mit welchen Geldbeträgen du sonst hantierst, aber ein Riestervertrag mit dem 1.5-fachen des maximalen Jahresbetrags und einer zweistelligen Monatsrente ist doch viel zu klein um irgendwie zu lohnen. Und bei diesen Gebühren würde ich ihn sofort kündigen und lernen, wie man die Rückforderung von Finanzamt+Zulagenstelle nachrechnet :-).

    Alternativ in ein anderes Riesterprodukt umschichten und die 150€ Wechselgebühr als Lehrgeld abschreiben. Aber dann so, dass am Ende eine nennenswerte Rente herauskommt.
    Schau dir fairr noch einmal an und wenn es dir gefällt, *lass dich werben* – das lohnt. Und wenn du den rechnerischen Rentenbeginn auf Maximum (>80J) hochdrehst, bist du bis zum normalen Renteneintritt (65J) noch weitestgehend in Aktien investiert — habe ich gehört. Allerdings führt wohl jede Ändererung des Rentenbeginn-Alters zu einer Neuberechnung des Rentenfaktors. Das ist eine Wette.
    Und mit 64 das ganze kündigen, Zulagen zurückzahlen + Steuern nachzahlen und mit dem Geld machen, was *dann* die beste Idee ist, ist auch eine Option, die ich immer im Hinterkopf habe. (Ich bin fairr-Kunde.)

    Aber grundsätzlich bei Riester: Wenn Du in den Bereich kommst, wo die Steuerersparnis höher ist als die Förderung, dann ist dein einziger Vorteil, dass die Steuern erst im Alter fällig werden, wenn die Steuerlast dann tatsächlich niedriger ist als jetzt. So richtig lukrativ ist riestern nur, wenn du so wenig verdienst, dass die Zulagen einen richtig hohen Anteil der Einzahlung ausmachen.

    Und wenn die Zulagen allein von den Kontoführungs-Gebühren aufgefressen werden, solltest du (nicht ernsthaft) überlegen, deinen Verkäufer zu teeren und zu federn. Dann *muss* das ein Verlust werden im Vergleich zu einer ungeförderten ETF-Anlage, die im Alter auch keine Steuern und Papierkriege verursacht.

    Der Bausparer ist eine komplett getrennte Sache. Nachdem hier die Kosten bezahlt sind, würde ich ihn vermutlich bis zum Hausbau weiterlaufen lassen wie ein Festgeldkonto, und eine Balance zwischen Geld und ETFs anstreben (nicht notwendig 50/50 sondern so wie es zu mir passt).
    Wenn der Bauspar-Kredit dann günstig ist, schön, dann ist die Wette aufgegangen, wenn nicht, auch gut.

    Einen neuen Bausparer oder Wohnriester würde ich für mich selbst dann nicht abschließen, wenn ich noch einmal bauen wollte. Denk Riester mal so rum: max. 2100€/Jahr, 10 Jahre -> 21000 € Summe. Das ist nicht wenig, aber wie groß ist der Anteil an der Gesamtsumme? 5%? Und dann sind deine Pläne noch so vage. Und dann hast du eine Bank mehr, die dir einen Kredit geben will und dafür Grundbucheintrag oder so braucht — das macht die Verhandlung mit allen anderen Banken komplexer.

    Eine glückliche Hand bei der Entscheidung wünscht

    Hartmut

  12. Hallo Oli,

    ich würde als erstes den Begriff „Beraterin“ in Bezug auf die Dame der Schwäbisch-Hall konsequent gegen den Begriff „Verkäuferin“ ersetzen – und mir zur Konditionierung jedesmal auf die Zunge beißen, wenn doch wieder das böse B-Wort durch die Gedanken, über die Lippen, oder die Tastatur huscht.

    Dann würde ich mich in Ruhe mit einer Tasse Tee hinsetzen und darüber nachdenken, woher so eine Überschrift wie „PROBLEM: NICHT GENUTZTE FÖRDERUNG“ kommt. Ist das „Problem“ wirklich, die Förderung nicht zu nutzen? Macht es Sinn, die Förderung so in den Mittelpunkt zu stellen? Koste es, was es wolle? Kann die „Lösung“ vielleicht auch in einer Variante ganz ohne Förderung (und den mit den „geförderten“ Produkten verbundenen Kosten) liegen?

    Zum Ergo-Vertag: Du schreibst, dass du das Vertrauen verloren hast. Warum zahlst du da noch ein? Ruhen lassen möchtest du den Vertrag nicht, weil die Verwaltungskosten gemindert weiterlaufen und dann den Vertrag auffressen? Das heißt, zu zahlst damit die Verwaltungskosten gedeckt werden? Oder damit die mickrige Zulage die Kosten deckt? Du schmeißt schlechtem Geld gutes hinterher. Wenn du nicht sehen möchtest, wie die Kosten am Vermögen nagen, kannst du auch kündigen …

    Dann würde ich bei der Alternativenbetrachtung nochmal genau hinsehen, welche Abhängigkeiten da wirklich bestehen, und welche nicht. Die Fragen „Ergo behalten oder nicht“ und „Bisherigen Bausparvertrag behalten oder nicht“, sollten für sich alleine betrachtet werden. Die Frage „Neuen Bausparvertrag abschließen oder nicht“ ebenfalls.

    Mein Riesterfonds ist seit Jahren ein Zombi in den ich nichts mehr einzahle. Ein Bausparvertrag kommt mir nicht ins Haus, weil ich mit dem Thema Immobilien für mich aus persönlicher Erfahrung komplett durch bin – und ich für mich gelernt habe, dass einfach einfach besser als kompliziert ist. Ein Darlehensprodukt aus Anlagegründen zu halten ist für mich nicht die richtige Strategie.

    Welche Antworten für dich die richtigen sind, musst du selbst rausfinden.

    Gruß
    Swantje

    1. Danke für deinex Beitrag Swantje,

      Richtig, das aktuelle Vorgehen bei meinem Ergovertrag ist quatsch – deshalb ja meine Beitragsreihe um damit aufzuräumen. 🙂
      Und jeder Kommentar hilft mir ein wenig 🙂

      Mfg
      Oli

  13. Hallo Oli(ver),
    bei Riester mußt du um die Ecke oder „second level“ querdenken und 3 Dinge unterscheiden: Sparphase, Übertragbarkeit, Rentenphase. In der Sparphase benötigst du maximale Rendite und volle Zulagen/Steuergutschrift (erst dann kommen die Kosten! Was nützt ein Vertrag mit niedrigen Kosten, wenn sich Beiträge und Zulagen nur mit 1% verzinsen – nix für Dein Sparziel). Übertragbarkeit: Du hast den gesetzlichen Anspruch, dein Riesterguthaben zu übertragen in eine andere geförderte Anlageform – Achtung: da steht nix, dass das in der Sparphase sein muss (mit Strafkosten), es kann auch zum „Auszahlungszeitpunkt“ bzw. Rentenbeginn bzw. Baubeginn sein. Rentenphase: willst du eine Mickerrente und die Langlebigkeitsfalle vermeiden, bleibt nur der Wohnriester. Daher schaue mal unvoreingenommen drauf, wie die Sparrendite der ERGO-Fonds im Vergleich zu den anderen Lösungen ist (DWS, Union Investment, Fairr) und ob Du dort nicht einfach soviel einzahlst, dass Du volle Zulagen/Steuerersparnis hast. Vergiss nicht, vom 7% angenommenen ETF-Ertrag für ein Marktportfolio 25% Abgeltungssteuer abzuziehen bei Auszahlung, die beim Riesterfondssparen nicht anfallen. Die Messlatte sind also ca. 5% p.a. (Pi mal Daumen). Zum geeigneten Zeitpunkt Entnahme des Guthabens und Einsatz als Tilgung/Eigenkapital für den Eigenheimkredit (also nicht mit Wohnriestern ansparen!). Versteuern mußt Du erst ab Rentenbeginn ein fiktives Wohnförderkonto – wenn Du es nicht auf einen Schlag tilgst mit zusätzlichen 30% Rabatt. Aber das ist allemal besser als eine Minirente, die Dir erst nach 25 Jahren eine positive Rendite auf das angesparte Kapital gibt. Schau Dir diese Variante mal an. Tja und der Bausparer: 1% ist noch nicht mal kompensierend für die Inflationsrate. Mehr sage ich dazu nicht.
    Covacoro

    1. Hey Covacoro,

      Danke für deinen Beitrag zu dem ich direkt eine Frage habe :
      Wo besteht der Unterschied zwischen „Wohnriester ansparen“ und „normal Riester sparen und dann zum Hauskauf entnehmen“?

      Soweit ich das bisher verstehe sehe ich darin keinen steuerlichen Unterschied. Außer natürlich die Abschlussgebühr die ich für einen Wohnriester noch zahlen müsste.

      Und zu den 1% : ohne Frage mikrig, aber besser als jedes deutsche Tagesgeldkonto aktuell – und das ist mein Vergleichswert in Punkto Sicherheit bei relativ schneller Verfügbarkeit.

      Mfg
      oli

  14. Hallo Pennig Fuxer,

    vielleicht schaust Du dich zum Thema Riester mal auf meiner Seite um: fiseba.de
    Dort findest Du eine ganze Reihe von Honorartarifen zur Altersvorsorge. Das sind Verträge, die komplett frei von Abschluss- und Betreuungsprovisionen plus reduzierten Verwaltungsgebühren. Darüber solltest sehr einfach eine echte Alternative zu Deinem aktuellen Ergo Vertrag finden. Eine Übertragung des bisherigen Guthabens in einen Honorartarif sollte eigentlich möglich sein.
    Bisher hat es immer geklappt.

    Du kannst zwar vergangene Verluste nicht wieder zurückholen, aber für die Zukunft bist Du nachweislich besser aufgestellt.

    Ich habe einen Vergleichsrechner zu Honorartarifen mit den aktuellen Gebühren erstellt. Alles sehr transparent. Die Honorartarife können auf lange Sicht sehr wohl auch mit Direktanlagen mithalten, wenn nicht sogar viel besser abschneiden (siehe neue Steuerregelung ab 2018).

    Zusätzlich sind sämtliche Kosten der Anbieter und deren Fondsauswahl auf den einzelnen Unterseiten aufgeschlüsselt. Du kannst meine Seite einfach als Selbsthilfeseite mit Abschlussmöglichkeit betrachten. Alles kann, nichts muss.

    Wenn Du bei der Recherche Rückfragen hast, dann melde dich einfach.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.