Blogparade – Ihr wollt soziale Gerechtigkeit? – dann wählt keine linken Träumer!

Hallo zusammen,

Provokante Überschrift um Interesse für das Thema zu wecken -> [X] Check 😀

Warum dieses Thema , hier?

Während ich noch auf die Antwort der Ergo-Versicherung warte um endlich meine Berechnungen zu Riester, Bausparen und Co abschließen zu können hat Madame Moneypenny in Ihrem Blog eine kontroverse Debatte in der Finanzbloggerszene ausgelöst. (Link: Du verdienst was du verdienst ) .

Um das Feedback der Community in geordnete Bahnen zu lenken und die Reden/Gegenreden zu sammeln hat der Hobbyinvestor eine Blogparade zum Thema „Soziale Gerechtigkeit“ gestartet.

Zahlen, Daten Fakten – oder eher nicht?

In unseren Blogs geht es häufig darum bestimmte Dinge nicht nur zu beschreiben bzw. eine Meinung dazu zu haben sondern das ganze in Zahlen zu fassen, zu berechnen, Diagramme zu erstellen etc. Ich vermute das wird auch in dieser Blogparade von einigen gemacht werden . Das ist natürlich auch wichtig damit man sich ggf. auf harte Fakten berufen kann. Aber auf der anderen Seite ist das unter Umständen auch staubtrocken. Ich möchte deshalb keinen Zahlen-Daten-Fakten Beitrag schreiben und irgendwelche Statistiken vergleichen sondern – gerade in anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahl – auf das meiner Meinung nach ursächliche Problem dieses gefühlten (oder auch nicht) Ursprungs der „Unfairheit“ schreiben. Denn am Sonntag können wir daran etwas ändern.

Was ist ein „fairer Staat“ bzw. „sozial gerechter Staat“ ?

Der Duden bringt es meiner Meinung nach in seiner Definition von Fair und Sozial gut auf den Punkt:

Fair : den Regeln des Zusammenlebens entsprechend; anständig, gerecht im Verhalten gegenüber anderen

Sozial: dem Gemeinwohl, der Allgemeinheit dienend; die menschlichen Beziehungen in der Gemeinschaft regelnd und fördernd und den [wirtschaftlich] Schwächeren schützend

Was bei uns in Deutschland falsch läuft

Manche mögen sagen : „Überhaupt nichts“ bzw “ Uns geht es doch so gut wie noch nie“.  Das mag für einen Teil der Menschen stimmen.(Laut Statista für ca 37 von 70 Mio). Aber das ist eben nur etwas mehr als die Hälfte.Die anderen sehen sich eher in einer Situation wo sie sich gerade so behaupten können.

Das allein ist aber noch keine soziale Ungerechtigkeit. Das sagt nur etwas darüber aus wie viel Geld den Haushalten in Deutschland zur Verfügung steht. Und nach dem Ansatz von MissMoneypenny ist es eben so das die eine Hälfte halt viel „verdient“ und die andere Hälfte eher weniger. Ich denke dieser These kann ich – mit Ausnahmen – zustimmen. Es gibt Berufsbereiche die (nach persönlichem Empfinden)  deutlich überbezahlt und welche die deutlich unterbezahlt sind. Das ist leider der Nachteil einer kapitalistischem Gesellschaft in der Gewinn-Erwirtschaftung „wertvoller“ ist (bzw. zu einem höheren Gehalt führt) als eine Leistung im sozialen Bereich die sich nicht in Geld/Gewinn auszahlt. Hier müsste mMn der Staat ausgleichend eingreifen (siehe unten mein Fazit)

Das wahrnehmbare Gefühl der sozialen Ungerechtigkeit kommt (meiner Meinung nach) aber nicht oder zumindest nicht hauptsächlich von Lohnunterschieden. Kein Burgerbrater bei Mc D. wird sich ernsthaft beschweren, dass er nicht den gleichen Lohn erhält wie der Architekt der nach einem 12 Stunden Tag Feierabend macht und sein Abendessen bei ihm bestellt. Das Gefühl kommt aus anderen Gründen:

Problem  : „starker Sozialstaat“

Unser Land ist in den letzten Jahren immer weiter weg von der „Leistungsgesellschaft“ zu einer „Sozialgesellschaft“ gewandelt worden. Schuld daran haben an erster Stelle die führenden Parteien im Bundestag. Seit 2013 sind alle dort vertretenen Parteien (CDU/CSU , SPD, Grüne und Linke) politisch nach Links gerückt. Von der These „Wer gut arbeitet soll gut verdienen“ ist man mittlerweile zum  „Auch wer nichts arbeitet muss gut leben“ gekommen.

Es ist politisch korrekter Konsens , dass man ein RECHT darauf hat gut zu wohnen, gesunde und am besten biologische Lebensmittel zu erhalten und zusätzlich genug Geld haben muss um am „sozialen Leben teilzuhaben“.  „Fördern und Fordern“ ist nur noch eine Floskel. Das „Fordern“ besteht nur noch darin die Antragspapiere auf dem Sozialamt rechtzeitig abzugeben.

Das hat zur Folge, dass eine Voll-Hartzer Familie mit 2 (oder gerne noch mehr) Kindern problemlos eine vergleichbare wirtschaftliche Situation erreichen kann wie ein arbeitendes Ehepaar. Und zusätzlich hat man auch noch genug Freizeit für die Kinder, Schwarzarbeit oder ähnliches.

Und dieser Umstand ist niemandem der 40 Stunden arbeiten geht zu vermitteln.

Wie oben beschrieben bedeutet sowohl fair , als auch sozial immer eine Eigenschaft die im Einklang mit der Allgemeinheit stehen muss. Und hier wurde von der linken GroKo das Ungleichgewicht geschaffen.

Es kommt einfach besser wenn man mit armen Hartz4 Familien posieren kann,denen man eine schöne , neue Sozialwohnung spendiert hat und deren Kinder jetzt kostenlos in die Kita dürfen, als der arbeitenden Familie nebenan zu erklären warum die Miete für ihr Haus leider steigen muss und man dringend mehr Geld für die notleidenden öffentlich-rechtlichen Sender einziehen muss.

Und wenn ihr euch den Wahlkampf der „etablierten“ Parteien anschaut seht ihr warum sich nichts ändern wird wenn es so weitergeht wie bisher. Mutti, Martin und Ihre Mehrheitsbeschaffer versprechen Wohltaten am laufenden Band – natürlich ohne irgendetwas dafür zu fordern. Das geht bis zu realen Überlegungen einen „leistungsunabhängigen Grundeinkommens“ was von ganz links gefordert wird.

Einzig die AfD, die FDP und in ganz kleinen Teilen die CSU trauen sich ab und zu noch das Leistungsprinzip anzusprechen und den Umstand, dass Sozialromantik und Transferleistungen unser Land nicht zur führenden Wirtschaftsmacht in Europa gemacht haben.

Am Sonntag haben wir es in der Hand wie es weitergeht – Soziale Hängematte oder Vorsprung durch Leistung.

Das würde ich ändern um mehr „soziale Gerechtigkeit“ zu erreichen :

„Fairer Sozialstaat“ sollte bedeuten , dass die arbeitende Bevölkerung den Schwächeren in der Gesellschaft hilft zu überleben. Nicht mehr und nicht weniger!

Kein Hartzer sollte „zufrieden“ mit seinen Lebensumständen sein. Eine Dach über dem Kopf und Zugang zu Lebensmitteln/Ärtzten etc.  die das Überleben ermöglichen wird von der Sozialgemeinschaft getragen. Alles was man darüber hinaus haben will, muss man erarbeiten – und wenn es nur die Schachtel Zigaretten ist auf die man nicht verzichten kann.

Im Gegenzug könnte man das Geld, dass man hier einspart, nutzen um ganz gezielt Berufe/Bereiche zu fördern die im gesellschaftlichen Kontext wichtig aber unterbezahlt sind. Bauern werden seit Jahrzehnten subventioniert. Was spricht dagegen Arbeitskräfte im Bereich Soziales/Krankenhaus/Pflege etc zu subventionieren wenn allein die Wirtschaft anscheinend keine „als gerecht empfundenen“ Lohnniveaus liefert?

19 Replies to “Blogparade – Ihr wollt soziale Gerechtigkeit? – dann wählt keine linken Träumer!

  1. Guten morgen Karl,

    erstmal schön zu sehen, dass der Beitrag auch nach über einem Jahr noch gelesen wird 🙂

    Zum ersten hast du recht, ich bin kein studierter Ökonom bzw. habe keine tiefergehende theoretische Kenntnis auf diesem Gebiet.
    Ich bin nicht der Ansicht, dass man deshalb allen die das ebenfalls nicht haben unterstellen kann das seien alles nur „Gefühle“ die nicht der Wahrheit entsprechen.

    Im Gegenteil bin ich der Überzeugung, dass es diesem Land gut tun würde wenn in den oberen Entscheidungsgremien mal „Praktiker“ sitzen würden statt nur Menschen die alles auf Basis von (eigenen) Statistiken , theoretischen Lehrmodellen und Gesetzestexten betrachten und entscheiden.

    Zu deinen konkreten Punkten:
    1) Perfektes Beispiel. So mag es im Gesetz stehen – jeder der schon mal mit Mitarbeitern des entsprechenden Amtes gesprochen hat oder der in seinem Umfeld Hartz4 Empfänger hat wird merken, dass das nur eine Phrase ist die fast immer nur für die ein Problem wird die sich ehrlich bemühen und wirklich unglücklich in Hartz4 abgerutscht sind. Für alle anderen ist es ein leichtes das System auszutricksen – ob mit Gefälligkeitsattest vom Arzt oder Vorstellungsgesprächen die diesen Namen nicht verdienen – Wer nicht arbeiten will und dabei kein schlechtes Gewissen hat schafft es ganz locker dem zu entgehen.
    Zusätzlich gefördert wird das ganze sogar noch wenn die Ex-Volkspartei SPD fordert „Sanktionen abschaffen weil diese kontraproduktiv wirken“
    (https://www.tagesspiegel.de/politik/arbeitsmarkt-nahles-will-sanktionen-fuer-juengere-hartz-iv-empfaenger-abschaffen/22928354.html)
    . Das trifft wie erwähnt auf die zu die ehrlich aus Hartz4 raus wollen – den viel zu vielen Menschen die es sich in der sozialen Hängematte bequem gemacht haben rollt man damit den roten Teppich aus.

    2) So sollte es auch sein. Der/die beste bekommt den Job – und nicht die Person die quotenmässig am wenigsten repräsentiert ist – aber das nur am Rande. Wir haben doch in diesem Land kein Problem mit zu wenig Arbeitsstellen(Statista , knapp 800.000 offene , gemeldete Stellen in 2018, Tendenz seit Jahren steigend). Wir haben ein Problem damit, dass wir zum einen zu wenig gut ausgebildete Arbeitskräfte für die anspruchsvolleren Jobs haben und auf der anderen Seite die Menschen keinen wirtschaftlichen Mehrwert haben um anspruchslose Jobs anzunehmen. Deshalb müssen die Bauern ja auch jedes Jahr hunderttausende Gastarbeiter „importieren“ weil man den Deutschen vermittelt „Hier ist zwar Arbeit aber wenn ihr daheim bleibt gibt´s das gleiche Geld“.
    Leistungsgesellschaft fängt für mich da an, dass jemand der etwas tut mehr hat als jemand der nichts tut – und diesen Zustand erreicht man in Deutschland frühestens in der beruflichen Mittelschicht – und auch dort nicht immer.

    3) Hier gebe ich dir bzw. dem verlinkten Beitrag teilweise Recht. Die stattgefundene Entkopplung zwischen Produktivität und Reallöhnen trägt ihren Teil zur Misere bei. Angegangen und abgestellt werden sollte beides.
    Die Reallohnsteigerung wird meiner Meinung nach in Berufen mit mittleren bis hohen Ansprüchen an die Bewerber automatisch kommen. Es gibt zunehmend einfach zu wenige gut oder ausreichend qualifizierte Bewerber. Die Unternehmen werden keine andere Wahl haben als auch finanziell um diese Bewerber zu kämpfen (zumindest wenn sich die Stellen nicht automatisieren oder sonstwie verlagern/einsparen lassen, was sicher auch passieren wird) .
    Was übrig bleiben wird sind die Jobs die aktuell eher als „einfach“ angesehen werden. Hier sehe ich auf Dauer schwarz. Die Arbeitslosen haben mit Hartz4 eine wesentlich bequemere Einkommensquelle. Also werden stattdessen Arbeitskräfte aus dem Ausland geholt oder sogar 80%ige Analphabeten aus Schwarzafrika als Rettung für den Arbeitsmarkt verkauft (https://www.dw.com/de/asylbeh%C3%B6rde-bamf-besorgt-%C3%BCber-zahl-der-analphabeten-unter-den-fl%C3%BCchtlingen/a-42053563)
    Doch auch die sind ja nicht dumm – spätestens wenn sie nach ein paar Monaten Vollzeitarbeit ihren gesicherten Aufenthatsstatus haben wird man sich überlegen ob man das gute Leben in Deutschland nicht lieber auf der Hängematte geniest. Geld fließt ja trotzdem.

    Ein Absenken der Hartz4 Sätze führt in diesem bereich sicher auch zur Gefahr, der „modernen Lohnsklaverei“. Aber mit dem Mindestlohn wurde zumindest eine (wenn auch umschiffbare) Barriere aufgebaut. Und wie gesagt: offene Stellen gibt es genug, wer mehr möchte muss halt mehr leisten.

    4). Ich habe versucht dazu ein paar historische Daten zu finden, gut vergleichen lässt sich das natürlich wegen der politischen Umwälzungen und Arten von Sozialhilfe natürlich nicht. Relativ viele Infos hab ich aber bei
    https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Sozialleistungen/EntwicklungSozialstaat.pdf?__blob=publicationFile
    gefunden.
    Ich meine daraus ablesen zu können, dass die Sozialleistungsquote des Staates seit 1960 im Relation zum BIP moderat aber gleichmässig angestiegen ist. Was sich jedoch geändert hat ist die Verteilung. Während der Anteil der Ausgaben für die Sozialleistungen im Bereich „Ehe und Familie“ und „Alter“ seit den 70%ern zurückgingen stieg der Anteil beim Bereich „Beschäftigung“.
    Als Laie würde ich das auch damit in Verbindung bringen, dass man nach dem Krieg froh war wieder einer geregelten, sicheren und bezahlten Arbeit nachzugehen und Sozialleistungen wirklich nur in Anspruch genommen hat wenn es nötig war.
    In der „Neuzeit“ dagegen wird trotz wachsendem Arbeitsbedarfs und sinkender Bevölkerung mehr Sozialhilfe in diesem Bereich bezahlt/in Anspruch genommen (weil es bequemer ist und die Leute weniger leistungswillig sind als 1960 – meine Meinung)

    Anhand der Zahlen/BIP kann ich allerdings nicht nachvollziehen warum sich Deutschlands „Wachstum“ seit Schröder „nicht gut“ entwickelt haben sollte.
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4878/umfrage/bruttoinlandsprodukt-von-deutschland-seit-dem-jahr-1950/

    mfg
    Oli

  2. Meine Güte, das kommt raus wenn Laien über Ökonomie schreiben und statt Fakten über Gefühle.
    Statistisch belegbar ist
    1.) Sozialhilfe die gerade so das Existenzminimum deckt erhalten nur diejenigen Arbeitslosen, die sich nachweislich um einen Job bemühen.
    2.)Wenn sich 10 Menschen auf einen Job bewerben werden 9 abgelehnt egal wie viel sie leisten würden, „Leistungsgesellschaft funktioniert also von der Idee her nur wenn der Staat für Vollbeschäftigung sorgt.
    3.) Es mag als ungerecht empfunden werden, dass Familien mit Vollzeitjobs nur knapp über dem Existenzminimum landen. Das Problem liegt hier aber nicht bei zu hohen Hartz 4 Sätzen, sondern daran, dass mit der Agenda 2010 absichtlich ein Ausbremsen der Reallöhne über viele Jahre und damit einhergehend ein drastischer Anstieg der Armut trotz Erwerbsarbeit und der atypischen Beschäftigung herbeigeführt wurde. (Zur Lohnentwicklung siehe z.B. hier https://www.maskenfall.de/?page_id=4011)

    „Einzig die AfD, die FDP und in ganz kleinen Teilen die CSU trauen sich ab und zu noch das Leistungsprinzip anzusprechen und den Umstand, dass Sozialromantik und Transferleistungen unser Land nicht zur führenden Wirtschaftsmacht in Europa gemacht haben.“
    Der krönende Abschluss.
    Vielleicht solltest du mal recherchieren wie sich die Sozialleistungen während dem Wirtschaftswunder entwickelt haben und wie hoch damals Spitzen- und Unternehmensteuern waren. (Spoiler: hoch) Und danach mal nachschlagen wie sich Deutschlands Wachstum seit Deregulierung und Senkung von Spitzen- und Unternehmensteuern unter Schröder entwickelt hat. (Spoiler: nicht gut)

  3. Aber nur weil die linken nicht alles richtig in ihrem Wahlprogramm fordern, ist das doch kein Grund zur nichtwahl. Willst du stattdessen lieber CDU wählen damit auch ja alles so bleibt wie es ist? Besonders die funktionierenden Renten? Die CDU will eine Kommission gründen, die bis 2020 Vorschläge erarbeiten soll. Das ist doch ein Witz in Dosen…

    Detlef wenn keine Arbeitsplätze da sind, warum sollen wir dann die arbeitslosen bestrafen? denen soll es nicht besser gehen als uns, aber es sollte halt zum leben reichen. Und dass jemand mit 2 jobs weniger verdient als n Hartz4 Empfänger heißt nicht, dass wir hartz4 kürzen, sondern an der Lohnseite was machen müssen.
    Es kann doch nicht sein, dass 10% Leuten mehr als 50% des Vermögens in Deutschland gehört. Da will die CDU leider nichts dran ändern. Deshalb wähle ich linke „Träumer“
    von den armen rentnern die Grundsicherung beantragen müssen, will ich gar nicht erst reden…

    1. „Besonders die funktionierenden Renten? Die CDU will eine Kommission gründen, die bis 2020 Vorschläge erarbeiten soll. Das ist doch ein Witz in Dosen…“

      Renten müssen auch von jemandem anderem erarbeitet werden. Ist ja schön und billig immer eine Erhöhung für die Rentenempfänger zu fordern, dann aber bitte auch ehrlich verkaufen wie hoch die Rentenbeiträge für die Zahler noch steigen sollen.

      „Detlef wenn keine Arbeitsplätze da sind, warum sollen wir dann die arbeitslosen bestrafen? denen soll es nicht besser gehen als uns, aber es sollte halt zum leben reichen. “

      Arbeitslosenhilfe SOLLTE eigentlich nur eine kurze Überbrückungsleistung sein für die Zeit der Arbeitssuche, bis man wieder für seinen Lebensunterhalt selbst sorgen kann, wird inzwischen aber in dieser Sozialkümmer-Republik immer mehr zum Vorläufer des bedingungslosen Grundeinkommens (wenn da auch noch der Ruf nach Abschaffung der „Sanktionen“ immer lauter wird, ahja weil es anscheinend eine menschenunwürdige Zumutung ist wenn man einmal im Monat zu nem Termin erscheinen muss und ein paar Bewerbungsnachweise mitbringt – ich „muss“ auch jeden Tag zur Arbeit, und beschwer mich nicht drüber, ausser wenn es darum geht arbeiten zu müssen damit andere sich auf meine Kosten ausruhen können), und für manche Gruppen schon zum generationenübergreifenden Lebensinhalt geworden.
      Wer von beiden Seiten bei der Geschichte also wirklich der „Bestrafte“ ist…

      „Und dass jemand mit 2 jobs weniger verdient als n Hartz4 Empfänger heißt nicht, dass wir hartz4 kürzen, sondern an der Lohnseite was machen müssen.“

      Ahja, „wir“ müssen auf der Lohnseite was machen – wer sind „wir“ und was heißt das konkret? Sonst kristallisiert sich hinter allen „wir“-Vorschlägen am Ende eigentlich immer nur schnell eins raus: ICH (als noch arbeitender Steuerzahler) soll bitteschön gefälligst mehr abgeben.
      Sonst dachte ich ja, jeder ist für seine eigene Lohnentwicklung selbst zuständig (habe mich auch daran gehalten und gearbeitet, meinen eigenen Lohn zu steigern), aber das kann den Menschen heutzutage wohl nicht mehr selbst zugetraut werden.

      „Es kann doch nicht sein, dass 10% Leuten mehr als 50% des Vermögens in Deutschland gehört. “
      Warum „kann“ das nicht sein ? Wenn das so ist, und die sich das ehrlich erarbeitet haben, sollten sich eher die übrigen 90% fragen, wie die Erfolgreichen das geschafft haben, welche Lehren für die eigene Entwicklung man daraus ziehen kann und wie man es ihnen nachmachen kann. Anstatt einfach nur in seiner passiven Empfänger-Rolle zu verbleiben und sich nicht darüber durch Leistung hinausbewegen wollen, sondern im Gegenteil den Zustand der ewigen Alimentation nur noch weiter zu verfestigen – also nur zu überlegen, wieviel Geld man von den Erfolgreichen noch weiter wegnehmen kann damit man selber schön bequem davon leben kann.

      Wie geht das Zitat auch so schön – „meine Definition von sozialer Gerechtigkeit ist ganz einfach folgende: Ich behalte, was ich verdiene, und du behälst was du verdienst. Wenn du das anders siehst, und meinst das mein Geld eigentlich dir gehört, dann erkläre mir bitte wieviel du mir wegnehmen willst, und vor allem – warum?“

  4. Link-Tipp: Video „Streit um Armutsbegriff“ – Kontraste | ARD Mediathek http://www.ardmediathek.de/tv/Kontraste/Streit-um-Armutsbegriff/Das-Erste/Video?bcastId=431796&documentId=41542468

    Ich finde diesen Bericht recht ausgewogen, zum einen Hartz4ler die eigentlich wollen und andere, die immer noch zu viel bekommen und stärker sanktioniert werden müßten. Bei einer Person bekomme ich richtig viel Wut, eratet ihr bei welcher?

    Genauso viel ärgern mich jedoch Steuerflucht und riesige Steuerschlupfkrater, hier bin ich bei Stefan.

  5. Ja diese bösen Sozialhilfeempfänger.
    Parken Ihre Gelder im Ausland, verlagern Ihren (Haupt)- Wohnsitz in ein steurlich attraktiveres Land. Gründen Stiftungen in denen Sie Ihre Gelder reinwaschen können. Gründen GmbH`s um Ihre Gelder steuerfrei vererben zu können. Wirklich schlimm mit den Sozialhilfeempfängern.
    Ach ne. ..moment, das sind ja die Eliten, wir schimpfen hier ja gerade über die Harzer.
    sorry mein Fehler.

    1. Hey Stefan,

      danke für deinen Kommentar.
      Aber ein wenig Differenzierung tut hier not.
      Ich schimpfe nicht über Hartzer – ich kritisiere , dass die Harzer im Vergleich zur Arbeitenden Bevölkerung (im Niedriglohnbereich) bevorteilt werden.

      Irgendeine Art Hartz4 oder Sozialhilfe oder wie man es nennen mag wird es hoffentlich immer geben. Aber es sollte halt kein angenehmes Leben ermöglichen sondern nur ein Leben mit dem man sich darauf konzentriert dieser Maßnahme zu entkommen.

      Eliten und Ihre Steuervermeidungstricks… sozial gesehen genau so verwerflich wie Geld vom Staat zu kassieren ohne was zu leisten. Aber leider in den meisten Fällen genau so legal. Auch das muss sich ändern.

      mfg
      OLi

  6. Hi Oli,

    ich finde dein Artikel hat richtige Thesen, ist aber insgesamt zu kurz gedacht. Natürlich muss man etwas opfern, um etwas zu erreichen, auch in unserer Gesellschaft. Du berücksichtigst in meinen Augen jedoch die Arbeitsplatzsituation nicht ausreichend. Nach und nach werden mehr und mehr Arbeitsplätze wegrationalisiert und wegautomatisiert. Und was sollen nun die ganzen Kassierenden (gendern muss man einfach ins lächerliche ziehen, sorry) an den Supermarktkassen machen? Sich ebenfalls nach ihrer 8,5h Schicht selbst weiterbilden? Und wenn das 1000e Leute machen? Wir haben doch bereits jetzt das Problem, dass wir alles akademisieren wollen. Aber wer macht denn dann die einfachen Jobs? Dasselbe sehe ich mit Blick aufs Handwerk. Sie liefern überlebenswichtige Dienste (glaubst du dein GWS-Dienstleister hat studiert?), die aber nicht gewürdigt werden. Wenn nun jeder sich weiterbildet, so bleiben die „einfachen“, aber wichtigen Berufe auf der Strecke. Außerdem werden dann die akademisierten Berufe überflutet, nach Angebot/Nachfrage-Rechnung fallen dort die Löhne und wir haben auch nichts gewonnen. Ja, aus einem Elfenbeinturm (was jetzt übertrieben ist, ich weiß) heraus verurteilt man Leute leicht, aber man sollte sich schon mal ein wenig genauer umgucken bevor man (ver)urteilt.
    Gegeben dass wir überhaupt nicht genug Arbeitsplätze für alle arbeitenden haben und eine deutliche (unfaire) Ungleichheit in der Bezahlung der Jobs, finde ich dass jeder der seinen Beitrag zur Gesellschaft leistet, auch von eben dieser profitieren soll.
    Es gibt mit Sicherheit ein paar HartzIV-Familien die nicht arbeiten gehen, sich ausruhen. Aber es gibt ebenso welche, die einfach keinen vernünftigen Job kriegen. Genauso mit dem Leiharbeiter-Wahnsinn. Oder die Leute, die bei Amazon „zwangsverpflichtet“ werden…

    Ich finde das ist ein sehr strittiges Thema und ich glaube, dass die Lösung weder schwarz noch weiß ist, sondern irgendwo dazwischen. Um dieses Thema anständig aufzuarbeiten reicht meines Erachtens nicht ein kurzer Blick auf Statistiken und Spekulation über das Leben der anderen.
    Das Konzept „Steuerflucht eindämmen“ der Linken finde ich zum Beispiel gut und wichtig. Aber das hier soll keine Wahlwerbung sein, lediglich die Relation dass nicht alles so schwarz & einfach ist wie du es darstellst.

    1. Hey Anonymous ,

      habe deinen Beitrag jetzt ein zweites mal gelesen als ich mich ans antworten begeben wollte und muss sagen : So weit denken wir gar nicht auseinander.

      Deinem Zitat
      „Gegeben dass wir überhaupt nicht genug Arbeitsplätze für alle arbeitenden haben und eine deutliche (unfaire) Ungleichheit in der Bezahlung der Jobs, finde ich dass jeder der seinen Beitrag zur Gesellschaft leistet, auch von eben dieser profitieren soll.“

      kann ich absolut zustimmen – nichts anderes fordere ich ja auch. Wer etwas für die Gesellschaft beiträgt soll auch von der Sozialgesellschaft profitieren. Aber im Umkehrschluss halt auch – wer das nicht tut der sollte auch nicht profitieren. Der sollte natürlich nicht verhungern müssen aber er muss eben einen Anreiz haben irgendwie zu dieser Gesellschaft beizutragen.

      Das bringt mich direkt auf den anderen Punkt mit dem Handwerk – auch hier kann ich dir nur zustimmen. Die Handwerksberufe werden sträflich vernachlässigt. Aber das merken die Leute mittlerweile auch selbst. Das Bauhandwerk boomt – alle Handwerker in meiner Umgebung haben volle Auftragsbücher über Monate hinaus. Und es fehlen allen die benötigten Arbeitskräfte. Deshalb werden Handwerks-Dienstleistungen auch immer teurer. Und der logische Schritt wäre meiner Meinung nach, dass auch die Löhne im Handwerk steigen und damit auch diese Berufe wieder gefragter werden.
      Die Menschen zahlen durchaus mehr für eine Arbeitskraft wenn es eben der Markt so fordert. Von daher denke ich, dass die aktuelle Phase eine Chance ist das Handwerk wieder attraktiver als Beruf zu machen.

      Und zum Thema Schwarz/Weiß : Trotz gesundem Selbstbewusstsein war mir klar, dass ich in 8,9 Absätzen nicht Deutschlands Probleme lösen kann 🙂
      Hier nehme ich aber mal deine Kritik bzgl Akademisierung einfacher Arbeiten auf: Wenn man lange genug und mit genug Leuten darüber nachdenkt dann findet man totsicher für jede Entscheidung in jedem Bereich einen Grund der dagegen spricht.
      Deshalb geht gefühlt auch selten was voran mittlerweile. Egal ob Regierung oder nur Sportverein. Alles muss überdacht werden, je Auswirkung auf alle Bereiche muss vorher bekannt und alle Folgen bis ins letzte analysiert werden

      Warum nicht einfach mal ein Thema angehen dafür eine Lösung entwickeln und dann das nächste Problem angehen – ganz „einfach“ gedacht. Aber manchmal ist einfach halt auch nicht schlecht ^^

      mfg
      oli

    2. MöchteAnonymBleiben

      du machst es dir doch auch zu einfach.

      Ja die armen wegrationalisierten Supermarktkassiererinnen, die sich nicht weiterbilden konnten… denen muss man doch helfen…

      Ja äh und *wie* nun konkret bitteschön ?

      Dazu hab ich jetzt von dir auch noch nichts gehört, und wenn es am Ende dabei stehenbleibt dass die „Hilfe“ dann eigentlich nur daraus besteht, den Menschen einfach nur ein großzügiges (man will ja rundumversorgt sein!) EWIGES Arbeitslosengeld zu geben (weil zu Programmiererinnen o.ä. kriegen wir den Großteil auch nicht mehr ausgebildet, das ist klar) – dann kannst du mir gerne erklären, was „gerecht“ daran sein soll, dass eine (immer kleiner werdende) Gruppe der noch Arbeitenden mit ihrer Leistung (eine immer größer werdende Gruppe) Nicht-Arbeitender versorgen muss – so ein System wird genauso irgendwann zwangsläufig an sich selbst zusammenbrechen.

      Wie wärs mal, wenn wir anfangen darüber nachzudenken, anstatt wem man alles noch mehr Sozialleistungen geben kann, lieber unsere Gesellschaft so aufzustellen, das als Ziel der Entwicklung ist das weniger (und am Ende sogar keiner mehr) Sozialleistungen überhaupt benötigt – also die Vorraussetzungen zu schaffen wie Menschen eigenverantwortlich für ihr Leben sorgen können, ohne immer nur auf dauerhafte Transfers von Anderen angewiesen zu sein?

  7. Hi Oli,
    ja, das „Flü…“-Wort darf man ja gar nicht aussprechen im Zusammenhang mit sozialer Gerechtigkeit, sonst wird man normalerweise sofort zerrissen.
    Ich denke halt, wenn eine Frisöse, Krankenschwester, Müllabfuhrmann u.s.w netto kaum mehr verdienen, wie der Untätige vom Staat erhält, dann ist das eben ungerecht. Dazu hat der Untätige noch den ganzen Tag frei und der arbeitende Geringverdiener muss 10 Stunden buckeln jeden Tag. Als alleinerziehende Frau darfst du dann Deine Kinder noch den ganzen Tag in eine Kita abgeben, was erstens viel Geld kostet und zweitens siehst Du Deine Kinder nur morgens ne Stunde und abends noch ein paar, im Gegensatz zu den Untätigen.
    Klar, Geringverdiener könnte sich weiterbilden und sich nach oben arbeiten („jeder ist seines Glückes Schmid“ und so…), aber wir brauchen eben auch Menschen, die diese Berufe machen.
    Und wenn ich das im Bekanntenkreis anprangere, dann höre ich eben auch oft den Satz, „was hast Du denn für ein Problem, Dir / uns geht es doch gut“…

  8. Du schreibst „Unser Land ist in den letzten Jahren immer weiter weg von der „Leistungsgesellschaft“ zu einer „Sozialgesellschaft“ gewandelt worden.“ Tatsächlich ist es aber genau anders herum, denn spätestens seit der „Agenda 2010″ unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (a.D.), wird unser Sozialstaat nach und nach zerlegt. Angefangen mit der Rente.

    Übrigens:
    „Wenn Wahlen etwas änderten, wären sie längst verboten“ (Kurt Tucholsky).
    Mehr braucht es zu dem naiven Artikel nicht zu sagen…

    1. Moin Mitleser,

      Die Rente kann man meiner Meinung nach nicht in einen Topf werfen mit Sozialleistungen.
      Rente ist etwas was man sich schon jetzt „erarbeiten“ muss . Das hier quasi der „verlängerte“ Arbeitslohn gekürzt wird ist auch für mich eine Schande.
      Verursacht aber auch durch das verschwenden von Geldern für „nicht erarbeitete“ Leistungen.

      Solange man als Hartz4 Familie „gut und gerne in diesem Land leben“ kann ohne auf all zuviel zu verzichten und ohne den Druck zu verspüren arbeiten gehen zu müssen sind die Sozialleistungen immernoch zu üppig. Wenn es um die Agenda 2010 geht habe ich aber immer den Eindruck dass man damit den Arbeitslosen noch das letzte Stück trocken Brot genommen hat. Das hat doch mit der Realität nichts zu tun.

      Und was Wahlen angeht – Spätestens seit Trump sollte doch klar sein das Wahlen manchmal schon etwas ändern können (zum guten oder zum schlechten kann jeder selbst beurteilen) 😉

      mfg
      oli

  9. Hallo oli,

    das mit den Subventionen kam mir auch in den Sinn. Zumindest wäre es eine Lösung, wenn auch keine gute.
    Wenn ich die Diskussion mitverfolge, dann frage ich mich, ob die Leute wollen, dass der Staat die Lohnniveaus festsetzt? Also: ein Arzt, niedergelassen in Deutschland, sollte den jährlichen Betrag X verdienen, ein Architekt den fixen Betrag Y, Pflegekräfte Z Euro im Jahr, usw.
    Konsequenterweise heißt das, dass auch Studenten, die die gleiche Arbeit für ihre Praktika ausführen müssen, bei der sie momentan keinen Cent kriegen, bezahlt werden müssen, sowie Ärzte, die sich gerade im PJ befinden (denn das PJ wird gegenwärtig in Deutschland ÜBERHAUPT nicht vergütet.) Jetzt ist es aber so, dass Unternehmen XY wegen höherer Umsätze und Geldmittel mehr Geld zur Verfügung haben als das Unternehmen YZ. Das Unternehmen XY kann die gleiche Arbeit also höher vergüten als Unternehmen YZ. Um den Lohn fix zu machen, müsste man sich dann eigentlich am schwächsten Unternehmen orientieren.

    Was die Debatte um die Pflegekräfte angeht, finde ich, wirkt es, als ob die Verantwortlichen „extra“ so wenig bezahlen, weil sie die Berufsgruppe „verachten“. Dabei können Krankenhäuser / Kliniken wahrscheinlich schlichtweg nicht mehr zahlen. Das sieht man daran, dass Studenten die gleiche Arbeit zeitweise unentlohnt(!) tun müssen. (Hier sagen die Sozis: ‚Ja, ja, das zählt nicht, schließlich verdienen sie später als ausgebildete Ärzte viel mehr‘ – diese Unlogik steht aber im Widerspruch zu „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“). Auch werden Ärzte in Kliniken weniger bezahlt, obwohl sie im Krankenhaus ein Vielfaches mehr an Verantwortung und Arbeit haben. Würde man das Lohnniveau heben, aber steht dem Krankenhaus gleichzeitig keine Mittel zur Verfügung, müssten Arbeiter entlassen werden und die übrigen Mitarbeiter müssten die Arbeit der anderen übernehmen – es hätte sich faktisch an der Bezahlung nichts geändert.

    Ich möchte noch was zum Wort „Gerechtigkeit“ sagen: Das ist ein Wort, das subjektiv wahrgenommen wird und niemals für alle das Gleiche bedeuten wird. Es ist auch ein „endloser“ Kampf: Selbst in der gerechtesten Welt kommen Menschen hübscher, reicher, talentierter zur Welt als Andere. Einige Menschen werden in der gerechtesten Welt das Glück haben, bei Eltern aufzuwachsen, die finanziell gebildet sind und ihrem Kind das leichter vermitteln können als andere Eltern. Um dies zu vermeiden, müsste der Staat vom Babyalter sie einer einheitlichen Erziehung unterziehen, was bedeuten würde, dass Eltern gar keinen Einfluss mehr auf ihre Kinder hätten. So hätte jeder die gleichen „Startvoraussetzungen“.

    Ich denke, Sozialisten fordern vom Staat, was seine Kompetenz übersteigt. Ein starker Staat ist ein totalitärer Staat, und ich weiß nicht, warum das nützlich sein sollte. Der Staat kann keine Preise festsetzen, keine Lohnniveaus festsetzen, er kann Menschen nicht sagen, was sie denken, fühlen und wie sie handeln sollen. Meine Familie hat in der Sowjetunion gelebt. Ich weiß daher aus erster Hand, dass dort nicht die Leistung des Einzelnen gezählt hat, sondern seine Beziehungen zu Machtinhabern, also seine Denkweisen, seine Äußerungen, seine nach außen hin dargestellte Meinung und wie konform er war. Gleichzeitig wurden Andersdenkende benachteiligt, ausgegrenzt und sogar mitunter misshandelt. Korruption war Gang und Gäbe, etwas ganz Normales. Ich denke, die „Sozialisten“ sollten nicht auf die gespielte „Menschenfreundlichkeit“, die mit „Fairness, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit“ wirbt, hereinfallen.

    Viele Grüße,
    Lena

    1. Hey Lena,

      Wow – der Kommentar ist fast länger als mein Beitrag – Danke dir für die Mühe 🙂

      Du hast natürlich recht – immer wenn der Ruf nach Subvention laut wird, erwacht auch die Angst vorm Staat der sich überall einmischt. Das auch vollkommen zu recht.

      Das Kunststück (das bisher noch keiner fertig gebracht hat) wäre eine akzeptable Mischung zu finden aus “ Die Wirtschaft reguliert sich selbst“ und „Der Staat regelt alles“.

      Der Staat sollte natürlich nicht die Löhne festsetzen – aber die ursächliche Aufgabe des Staates ist es ja die Infrastruktur und Organisation des Landes zu gewährleisten.
      Dazu hat der Staat seine Organe wie Polizei, Gerichte, Straßenbauamt, Arbeitsamt etc geschaffen.

      Mit der Zeit ist er damit über das Ziel hinausgeschossen und zu viele Sachen werden (versucht) zentral zu regeln wo der Staat seine Finger rauslassen sollte. (Staatfernsehen per GEZ und Bankenrettung z.B.)

      Meine Vision wäre eher diese ganzen „Ämter“/Behörden/Staatfirmen abzubauen und sich auf die Pfeiler von Staatsaufgaben zu konzentrieren.

      Und dazu zähle ich eigentlich hauptsächlich die Felder „Sicherheit“ , „Frieden“ und eben auch „Gesundheit“.
      Warum also nicht Krankenhäuser und Seniorenheime dem Staat überlassen wie wir es mit der Polizei und Justiz auch machen? Sicher – der Staat versagt da auch recht oft – aber hier kann man direkt sagen “ Ihr hattet es in der Hand – wenn ihr versagt wählen wir euch ab“. In der aktuellen Situation kann sich jede Regierung gut rausreden damit das man keinen direkten Einfluss auf die Krankenhäuser bzw. das Gesundheitssystem hat.

      Dafür ist der Staat da – die grundlegenden Dinge – und alles weitere ist Sache „des Marktes“.

      Wenn dann ein Burgerbrater oder eine Putzfrau oder Frisörin immer noch schlecht bezahlt werden dann ist das so – aber wenn wir ehrlich sind könnten wir alle auch damit leben wenn es diese Berufe immer seltener gibt – können wir es nicht werden wir mehr dafür bezahlen.

      mfg
      Oli

  10. Auch dieser Artikel wird in der Finanzbloggergemeinde wieder hohe Wellen schlagen, wie der von Miss Moneypenny.
    Größtenteils bin ich ganz bei Dir. Es muss Leistungsschwächeren ganz klar geholfen werden, aber wir kommen immer mehr dazu, eine Art Allinclusive-Vollversorgungs-Situation für Arbeitslose, Flüchtlinge u.s.w. zu schaffen, so dass wenig Anreiz mehr besteht sich weiterzubilden und zu versuchen ins Arbeitsleben zu kommen bzw. zurückzufinden.
    Klar, die Meinungen gehen hier wieder weit auseinander, aber bei uns ist die Grundversorgung eindeutig zu hoch.

    1. Hey Michi,
      danke für deinen Kommentar.
      genau so sehe ich das auch. Die Thematik Flüchtlinge habe ich hier absichtlich ausgespart da zu erwarten gewesen wäre, dass sich der Fokus dann darauf richtet. Aber im Kontext zu sozialer Gerechtigkeit sind die Flüchtlinge nur eine weitere Komponente die für Schieflage sorgen, nicht der Ausgangspunkt.

      mfg
      Oli

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