Ein Finanzblog weniger….

„Endlich!“ Werden sicher viele denken. Wie sich an verschiedenen Blogposts der vergangenen Monate gezeigt hat ist manchem Bloggerkollegen die Fülle an sogenannten Finanzblogs mittlerweile ein arger Dorn im Auge.

Und das weniger aus Angst um die eigenen „Besucher“ sondern eher weil Blogs aus dem Boden schießen mit der Ambition den „planlosen“ Finanzschafen in Deutschland den Weg in die finanzielle Freiheit zu zeigen (und dabei ordentlich Affiliate Gewinn abzugreifen) . Sei es durch Strategieempfehlungen, Aktienanalysen, tollen P2P-„Tests“ , eigenen Kursen und Büchern oder ähnlichem. Der Kritikpunkt daran ist: 90% dieser Blogs bzw deren Betreiber sind eigentlich gar nicht in der Lage irgendwem wirklich hilfreich zu sein, da Sie auch „Anfänger“ sind bzw. bestenfalls auch auf dem Weg in die „finanzielle Freiheit“.

Unwissend

Und ich muss sagen : Die Kritik ist berechtigt

In den letzten Jahren als die meisten Finanzblogs entstanden sind gab es in allen Märkten nur eine Richtung: Nach oben.

Immobilien legten zu, Aktienkurse weltweit legten zu, P2P Angebote wurden neu geschaffen und brachten/bringen gute Renditen – Es bedarf eigentlich schon besonderer Anstrengung um in den letzten Jahren keinen Gewinn zu machen. Durch diese Gewinne beflügelt und die Einnahmen der großen, älteren Finanzblogs vor Augen sahen sich sicher viele dazu animiert zu sagen “ Das kann ich ja anscheinend auch“. Man war ja „erfolgreich“ im Markt – also kann man sicher jemandem was beibringen.

Auch der Penningfuxer Blog nahm diese falsche Kurve

sackgasse

Auch wenn es natürlich schwer fällt und man es zunächst bei sich selbst natürlich nicht wahrhaben will: Ja auch ich zähle mich dazu. Ich gründete den Penningfuxer-Blog eigentlich als „Nebenher“- Blog um über verschiedene Dinge des Alltags zu schreiben die sich um das Thema „Sparen“ drehten. Dann hatte ich ein paar gute Deals mit Aktien gemacht, meine ersten Erfolge mit Optionsprämien eingesackt und sah die Affiliate -Gewinne bei größeren , vor allem amerikanischen Bloggern und kam auf das schmale Brett den Blog auch „breiter“ aufzustellen und wollte in allen Bereichen „mitmischen“.

Lerne was du kannst und ziehe weiter

Mittlerweile habe ich mich aber in verschiedenen Bereichen “ besonnen“ , man könnte auch sagen „bin zur Vernunft gekommen“ :

  • Ich werde nie so tiefgreifende Aktien- und Unternehmensanalysen machen wie der Kollege Kissing von intelligent-investieren der das ganze ja auch zusätzlich beruflich macht.
  • ich werde nie professioneller ein kompliziertes Finanzthema erklären und auseinanderdiskutieren können wie der Finanzrocker oder der Finanzwesir
  • Ich werde nie täglich motivierendere Geschichten schreiben wie Tim Schäfer
  • ich werde vermutlich auch nie so (für mich) risikoreich und spannend Optionen handeln wie Chri von Easydividend
  • Das liegt nicht daran das ich mich für zu blöd dafür halte ^^ –  ich habe keine Motivation es überhaupt zu versuchen. Es liegt mir einfach nicht und macht mir auch keinen Spaß. Mit so einer gedanklichen Grundhaltung würde ich nie auf Augenhöhe mitspielen können bzw einen Mehrwert für die Leser schaffen.

Aber:

  • Ich werde natürlich weiterhin in Aktien , ETFs , P2P Kredite , Optionen und was es da noch so alles gibt investieren und ich hoffe damit  auch in Zukunft Gewinne einzufahren. Aber das ist nichts was irgendjemand wirklich interessieren oder weiterbringen würde. Dafür ist diese „Strategie“ einfach zu langweilig (ETF-Sparpläne und Dividenden-Einzelaktien aus dem sehr guten Aktienfinder  , dazu verschiedene „Experimente“ die ich aber eher aus dem Bauch raus mache ohne das plausibel begründen zu können.).
  • Ich interessiere mich dagegen weiterhin für das ursprüngliche Thema des Penningfuxer Blogs: Sparen im Alltag mit allem was dazu gehört. Und ich denke darüber zu schreiben ist etwas von dem man als Leser wirklich einen Mehrwert haben – oder sich zumindest Inspiration holen und mitdiskutieren kann.

Das erwartet euch in Zukunft auf dem Penningfuxer-Blog:

änderung finanzblog

Ich kehre wieder zurück an den Ursprung und berichte grundsätzlich über alles wie man im „normalen Leben“ Geld sparen kann. Dazu gehören

  • Die Vorstellung und meine Erfahrungswerte mit verschiedenen Tipps&Tricks zum sparen im Alltag
  • Hinweise auf besondere Aktionen zum Geld sparen und solche Dinge.
  • Eine monatlicher Rückblick auf die Ausgaben der hoffentlich ermöglicht diese zu drücken ohne merklichen Verlust an Lebensqualität.
  • Auch meine, nach kurzer Zeit wieder eingestellte,  „Spar-Rezepte“ Ecke werde ich zukünftig ausbauen. Geplant sind wöchentliche Rezepte die den Anspruch haben gut nahrhaft/gesund, abwechslungsreich und günstig zu sein.

Vermutlich werde ich auch noch das ein oder andere Posting aus dem großen Bereich der Finanzthemen machen wenn ich mich gerade dazu berufen fühle. Aber das wird die Ausnahme bleiben – wer danach sucht findet diese Themen kompetenter und umfangreicher auf anderen Blogs behandelt.

Auf einen Neuanfang 🙂

 

16 Replies to “Ein Finanzblog weniger….

  1. Interessant. So einen ehrlichen Beitrag liest man trotz der Fülle an Finanzblogs doch eher selten.

    Glückwunsch für die Kraft und die Ehrlichkeit dich neu (oder besser: wieder-) zu finden und natürlich weiter fröhliches und leckeres Bloggen!

    Torsten

    1. Danke Torsten, ich bleibe natürlich auch weiterhin ein Fan deines Aktienfinders.
      Einfacher, schneller und dennoch vielseitig kann man Einzelaktien meiner Meinung nach nicht vergleichen und bewerten!

      Das bringt den „normalen“ Aktienbesitzern glaube ich mehr als umschweifende Detailanalysen von Firmenberichten etc.

      mfg
      Oli

  2. Ich finde das schade.
    Gerade das Depot und die Transaktionen eines Nicht Profis finde ich interessant. Wie die Ziele angestrebt und erreicht werden….das motiviert unheimlich
    Und normaler Privatanleger, das sind doch die meisten von uns auch.
    Rezepte usw, das ist nicht mein Thema, da gäbe es zig andere Kanäle
    Aber vielleicht kommt ja doch weiter Finanzkontent

    1. Hey Eva,
      Nicht falsch verstehen, das wird jetzt kein Küchenblog 🙂 Die Rezepte sind nur ein Teil des grundsätzlichen Blog-Themas „Geld/Sparen“.
      Aber mir ist in den letzten Monaten aufgefallen, dass ich mit der Anlagestrategie mit der ich gut klar komme einfach nichts neues berichten kann.

      – Ich bespare jeden Monat 3 ETFs (World, EM und Euro) -> Die steigen und fallen mal um ein paar %.
      – Ich kaufe ab und zu Einzelaktien wenn sich eine „gut aussehende“ Mischung aus Gewinn, Wachstum und Dividendenrendite erkennen lässt(im Aktienfinder) -> ohne dafür feste Wert nennen zu können
      – Mein Optionskonto ist aktuell sehr passiv, da meine letzten 3 PUT-Optionen ausgeübt wurden und ich 300 Aktien eingebucht bekommen habe während der Kurs stark gesunken ist (Kinder Morgen und Deutsche Post Gesamt ca 1400 € rechnerisch im „Minus“). –> Mehr Geld möchte ich nicht zuschießen , dafür bin ich mir zu unsicher in dem Bereich. Deshalb auch hier nichts neues.
      – Meine P2P Kredite habe ich bei Viainvest erhöht und die laufen nach wie vor gut. Aber auch da passiert nichts berichtenswertes.

      So ein Blog über Anlagestrategien und Bewegungen macht meiner Meinung nach nur Sinn wenn sich auch wirklich was bewegt, man dabei ist neue Strategien oder Produkte/Dienste auszuprobieren. Ich dagegen bin mit meiner kleinen Auswahl sehr zufrieden – vielleicht auch gerade weil da nicht viel aufregendes passiert.

      Der Blog behält also auch weiterhin seine Ausrichtung auf „Geld“ und nicht auf „Essen“ nur halt eher auf der Ausgaben als auf der Einnahmen-Seite – ich hoffe du kuckst trotzdem ab und zu mal noch vorbei 🙂

      mfg
      Oli

  3. Danke für deine ehrlichen Worte. Mittlerweile ist es schon recht schwer noch gute Artikel in der Finanzblogerszene zu finden. Von daher bin ich gespannt wie sich dein Projekt hier entwickelt.

  4. Also dafür mal ein richtig fettes DANKESCHÖN!

    Ich stimme dir in allen Punkten zu 100% zu. Und mal ehrlich, ein Teil der Finanzblogszene driftet gerade komplett in dieses Affiliate-CLICKBAIT ab, wo ich richtig Aggressionen kriege. „Klunkerchen“ ist da ganz vorne dabei, mit einem Blogbeitrag „Über diese Rechnung rege ich mich auf“. Meine Kritik als Kommentar hat sie elegant wegzensiert, egal. (Immerhin hat sie den Artikel umbenannt in „Eine einfache Strategie, mit unangenehmen Rechnungen umzugehen“, was ich fair finde)

    Achte darauf, dass dein Blog einen guten Mehrwert liefert und dann wirst du deine Community haben. Das mit den Spar-Rezepten klingt spannend, mach das auf jeden Fall!

    Meinen größten Respekt für diese Selbstreflektiertheit (ist das ein legitimes Wort? xD) die du an den Tag legst und DANKE, dass es endlich mal jemand anspricht.

    Alles gute für dich & die Zukunft deines Blogs! Wenn der neue Content lesenswert ist, sehen wir uns wieder 😉

  5. Moin Oli,
    sauber! Ich bin ja auch ein massiver Kritiker dieser von Dir angesprochenen Blogger und deswegen finde ich es bisschen schade, dass Du diesen Weg wählst. Warum nicht einfach über Dein Trading und Depot weiter berichten, Affiliate rausschmeißen und wirklich zurück zu den Wurzeln. Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten

    Mir ist es komplett schnuppe, wer und wieviele meinen Blog besuchen. Die die da sind, sind mir wichtig und auf die paar Empfehlungsgroschen wenn mal irgendwo geklickt wird, kann ich getrost verzichten. Wer sein eigenes und dazu noch extrem gutes Produkt vermarktet sei hier natürlich außen vor!

    In diesem Sinne, beste Grüße
    Axe

    1. Hey Axe,
      Danke für dein Feedback. Ich werde natürlich weiterhin auch Neuigkeiten über mein Depot/Trading mit einfließen lassen. Aber das ist aus den (in einem anderen Kommentar zu diesem Post) beschriebenen Gründen (Strategie zu „langweilig“) nicht genug um damit einen Blog am „Leben“ zu erhalten.

      mfg
      Oli

  6. Großes Kompliment!

    Schade, dass nicht die „richtigen“ Blogs diesen Weg gehen. Florian Günther und viele andere sollte viel eher darüber nachdenken.

    Alles Gute

    1. Hey Peter,

      prinzipiell könnte man wohl sagen das es immer noch irgendwie um „Finanzen“ geht und es deshalb ein Finanzblog ist. Ich habe für mich die Definition eines Finanzblogs aber so gefasst, dass darunter die Blogs fallen , die sich vollumfänglich um das Thema Finanzen drehen. Also Einnahmen , Ausgabe und Anlagestrategien etc. Ich möchte mich in Zukunft eher auf den Bereich der Ausgaben konzentrieren bzw. wie man diese optimieren kann. Immer mal wiedre natürlich mit Ausflügen in die anderen Bereiche.
      Wenn ich eine Kategorie benennen müsste würde ich also am ehesten sagen : „Spar(er)-blog“
      mfg
      Oli

  7. Hallo Oli,

    ich finde deinen zweiten Absatz absolut korrekt und finde es cool, dass weitere Blogger gibt, die dies erkannt haben.

    Gleichwohl nutze ich für meine Investments andere Quellen und würde dir empfehlen, die erwähnten Quellen stets hinsichtlich der Korrektheit der Angaben kritisch zu überprüfen.

    Viel Erfolg weiterhin!

    LG,
    Güner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.