Spartipp KW 43 – Vorsicht vor den „Schnell und einfach“ Regalen

Seit längerer Zeit schon gibt es in den Discountern und Supermärkten sogenannte „Schnell und Lecker“ Theken. Soweit ich das beobachten kann wird dieser Bereich auch kontinuierlich ausgebaut.

Zielgruppe sind die Leute die Mittagspause haben oder einfach keinen Bock etwas in der Küche zu machen.

Dort finden sich dann fertige Salate, Mikrowellenprodukte und die – meiner Meinung nach skandalösen – „vereinfachten“  Nahrungsmittel.

Unglaubliche Müll-generierung aus Faulheit

Dazu zähle ich alles was man eigentlich schon immer einzeln gekauft hat und jetzt aus „Performancegründen“ verarbeitet und in Plastik angeboten wird. Egal ob Bananen die man jetzt ohen Schale, dafür in Plastik kaufen kann oder Kartoffeln die man in kleinen Scheiben kauft um sich die 3 Schnitte zu ersparen. Der Faulheit auf Kosten der Umwelt scheinen keine grenzen gesetzt zu sein.

plastik müll gemüse plastik

 

Mehr Beispiele für solche irrsinnigen Verpackungen gibt es z.B. auch auf: Utopia.de 

Ich bin kein Umweltaktivist – aber das ist absoluter Quatsch.

Um hier wieder den Bezug zu Finanzen und Sparen zu bekommen: Diese Lebensmittel für Minderbemittelte sind unglaublich teuer im Vergleich zum Orginalprodukt.

Zum Beispiel kosten ein paar Scheiben geschnitten Bratkartoffeln dann 1,49 €. Gesamt bekommt man ca 1-2 Kartoffeln. Wohingegen man für 1,49 € auch einen 2 Kilo Sack mit 20 -30 Kartoffeln kaufen könnte wenn man „bereit“ ist die 2 Minuten für Kartoffelschäler und Messer aufzubringen.

Richtig bewusst wurde mir das ganze erst als ich auch beim Supermarkt um die Ecke so ein Mogelpackung gesehen habe. In „schönem“ Plastik lagen dort 4 kleine Spieße mit jeweils 3 Cocktail-Tomaten und 2 Mini-Mozzarella darauf. Preis : 3,98 € . Im gleichen Supermarkt kosten ca 30 Cocktail-Tomaten und ein Pack mit 10 Mini-Mozzarella zusammen ca 2,50 €.

Wer für diese 2 Sekunden Zeitersparnis zum aufstecken auf einen Spieß mehr als das doppelte bezahlt dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Auch bei „normalen“ Produkten ist vorsicht geboten

Abseits dieser auffälligen Dinge gibt es aber auch ganz normale Produkte in diesen Fast&Easy Bereichen die man meiden sollte.

Besonders aufgefallen ist es mir als ich diese Woche für mein Abendessen Gnocchi kaufen wollte. Ich hatte in Erinnerung, dass ein Pack Gnocchi ca mit 70 -80 Cent zu buche schlagen sollte. Als ich am Regalbereich vorbei lief wo diese neben den anderen „verwandten“ Lebensmitteln (Maultaschen, Schupfnudeln etc) plaziert waren gab es jedoch nur eine Sorte. Zum Preis von 1,29 €.

Ich suchte den ganzen Bereich nach rechts und nach links ab um die „billigere“ Sorte zu finden – vergeblich. Also landete die Packung im Einkaufswagen und ich machte mir geistig eine Notiz über die enorme Preissteigerung.
Zufällig lief ich dann noch am „Nudelregal“ vorbei wo man Tomatensoße etc findet und dort , links unten standen dann doch tatsächlich auch die noch einmal Gnocchi. Jetzt aber zum Preis von 0,69 €.

Die gleiche Packungsgröße, die gleiche Firma.

Der einzige Unterschied : Die fast 100% teureren Gnocchi waren „vorgekocht“ und „in 2 Minuten fertig“.

gnocchi billig teuer

Jedem der schon mal Gnocchi gekocht hat brauche ich es nicht zu sagen: Wenn man die ungekochten Gnocchi in einen Topf mit (im Wasserkocher) vorgekochten Wasser übergießt , sind diese in maximal 3 -4 Minuten „fertig“.
Also auch hier bei eigentlich „unverdächtigen“ Produkten versucht uns die Industrie unglaubliche Preissprünge im Gegenzug zu angeblichem Zeitgewinn zu verkaufen.

Ja Zeit ist kostbar – aber zum einen steht ein Aufpreis von fast 100 % zum Zeitgewinn von wenigen Sekunden bis Minuten in keinem Verhältnis. Und zum anderen geht es hier ja nicht um ein getaktetes Projektmanagement  sondern um sein Abendessen oder seine Mittagspause. Wer da wirklich 30 Sekunden einsparen muss der hat prinzipiell ganz andere Probleme zu lösen.

Also lasst euch nicht verarschen und kauft nichts aus diesen „Schnelltheken“. In 90% der Fälle lässt sich das dort auffindbare essen wesentlich günstiger mit minimalem Zeitaufwand selbst herstellen.

In den Kommentaren könnt ihr gern auch eure krassesten Beispiele hinterlassen was ihr im Supermarkt schon zu diesem Thema gefunden habt.

6 Replies to “Spartipp KW 43 – Vorsicht vor den „Schnell und einfach“ Regalen

  1. Ja, da gibts schon viel Mist in dem Bereich. Wenn man aber gezwungen ist, im Hotel ohne Kühlschrank und Besteck für ca. 3 Nächte zu übernachten, z. B. wegen Arbeit, gibt es wenig sinnvolle Alternativen. Man könnte sich natürlich auch Brot und Butter kaufen, und Besteck selbst mitnehmen, die Butter müsste man dann allerdings wegwerfen; außerdem würde sie bald verlaufen. Hier sind einige praktikable Alternativen:
    – 200g Käse pur
    – Fleischwurst pur (aufpassen, dass man das ohne Besteck aufkriegt!)
    – Fertig-Sandwiches aus dem Supermarkt
    – Fertig-Sandwiches vom Bäcker oder vom Bahnhof (preislich teurer als Supermarkt)
    – Der Kiosk um die Ecke (auch teurer)
    Recht viel besser wirds dann leider nicht. Wenn man die Möglichkeit einer Küche hat, und trotzdem wenig Zeit hat, wähle ich dann trotzdem lieber Nudeln mit Pesto. Das ist dann auch wieder finanziell sinnvoll und schont die Umwelt;)

    1. Hey Califex,
      Danke für deine Ergänzungen.

      Bei Hotelaufenthalten wirklich schwer was günstiges zu finden. Wenn ich keinen Kühlschrank habe hole ich mir oft was fertiges vom Chinesen oder so. Das kostet dann 3-4 € rum und ist m.M.n. günstiger als Brot, Wurst etc einzeln zu kaufen und dann wegschmeissen zu müssen. Und besser als die abgepackten Sachen ausm Supermarkt ^^
      Wobei ich aber meißtens Hotels haben die zumindest nen MiniKühlschrank/Minibar haben in dem ich bissl was lagern kann.

      Ansonsten kann ich zu dem Thema noch sagen, dass es ungemein nützlich ist wenn man immer ein Taschenmesser dabei hat. In meinem Fall ein Schweizer Messer am Schlüsselbund. Verpackungen öffnen, Brot bestreichen, Bier öffnen … 😀 Damit geht fast alles.

      mfg
      Oli

  2. Die Avocado-Hälften sind explizit für Kleinverbraucher und durch Hochdruckbehandlung lange haltbar. Wahrscheinlich ist die Umweltbilanz der Plastikfolie besser als die einer weggeworfenen (halben) Avocado

    1. Hey Michael,

      Sicher fällt der Industrie zu jedem seiner abgepackten Dinge was sinnvolles ein. Die Coladosen die in Plastik verpackt sind werden ja auch aus hygienischen Gründen extra verpackt.
      Aber zumindets mir sind diese Begründungen fast immer nur vorgeschoben.
      Wenn die Avocado mal bei uns im Supermarkt angekommen ist , ist der Großteil der Energie/Klimaschädigung eh schon aufgetreten. Ob man sie nun halb wegwirft oder nicht. Abgesehen davon : Wie kann man nur ne halbe Avocado essen? 😀 Da wär mir das Geld dann zu schade – wobei wir wieder beim Sparen sind 🙂

      mfg
      Oli

    2. Wer so etwas braucht und kauft? Da fallen mir schon ein paar Gruppen ein, z.B. 1-Personen-Rentner-Haushalte oder Leute mit eingeschränkter Beweglichkeit.

      Goggle-Tip: „avocado hand“ (klingt komisch, ist aber kein Spaß)

      Ich warne vor falschen Generalisierungen: Die Tatsache, daß ein gesunder Mitt-Zwanziger etwas nicht braucht (egal ob halbe Avocados oder Thrombosestrümpfe) bedeutet nicht, daß dieses Produkt unsinnig oder überflüssig ist.

      Calavo ist ein amerikanischer Premium-Anbieter, ich habe dessen Produkte leider noch nie „bei uns im Supermarkt“ gesehen.

      Disclaimer: Ich bin Calavo-Aktionär (WKN 692952)

      mfg,
      Michael

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