Friendsurance Erfahrungsbericht – Teil 1 Hintergrund

Vermutlich hat jeder von euch angehenden Penningfuxern in den letzten Monaten auch einmal die Werbung gesehen die in etwa den Tenor hat :  „Erhalte Geld zurück wenn bei deinen laufenden Versicherungen nichts passiert und spare somit“
Ich weiß ja Werbung ist Werbung aber zumindest das Interesse war mal geweckt.
ich spreche natürlich über den Dienst Friendsurance und das Angebot habe ich mir mal genauer angeschaut. Hier im Teil 1 fasse ich die generelle „Funktionsweise“ bzw. den Plan dahinter zusammen.
Im zweiten Teil werde ich dann am Beispiel von mir schauen was man rausholen kann.
Friendsurance Logo
Was wird versprochen?

Friendsurance verspricht auf der Webseite und in den TV Spots dass man für bestehende Versicherungen  (z.B. Hausrat, Kfz, Haftpflicht etc.) Geld zurückbekommen kann wenn kein Schaden passiert. An den Versicherungsbedingungen und Beiträgen soll sich nichts ändern. Wie genau das ablaufen soll wird auf der Webseite erklärt allerdings muss man ziemlich viel Text lesen um es wirklich zu verstehen.

Wie soll das gehen?

Grundsätzlich werdet ihr beim Friendsurance-System in eine „Gruppe“ gepackt mit „Freunden“ oder eben anderen Personen die die selbe Versicherung haben wie Ihr.
Friendsurance macht jetzt folgendes:

Sie lassen sich mit eurem Einverständnis als Vermittler für euren Vertrag eintragen. Eurer Versicherungsverhältnis mit der Versicherungsgesellschaft (z.B. der Allianz oder Hannoversche) bleibt unberührt. Nur ist jetzt nichtmehr die Person bei der Ihr den Vertrag abgeschlossen habt eurer Vermittler sondern die Friendsurance (vertreten durch eine GmbH).

Das hat zur Folge, dass die Friendsurance jetzt für Zusatzleistungen oder ähnliches das Sie euch zu eurem Vertrag vermitteln kann die Provisionen einstreicht. Darauf basiert das Geschäftsmodell.

Jetzt muss ja aber irgendwo noch eure mögliche Rückvergütung herkommen. Dazu nimmt die Friendsurance eure „Gruppe und ändert dort in allen Verträgen die Selbstbeteiligung auf ein höheres Level.
Beispiel: Ihr und 9 andere Leute habt eine Haftpflichtversicherung bei der Allianz mit 100 € Selbstbeteiligung. Friendsurance ändert jetzt eure 10 HP Verträge auf 200 € Selbstbeteiligung.
Durch diese Änderung ergibt sich:

  • (vermutlich) Eine Provision für diese Vertragsänderung (streicht vermutlich Friendsurance ein wenn es eine gibt)
  • Durch die höhere Selbstbeteiligung wird eurer Beitrag monatlich geringer.Zum Beispiel statt 20 € zahlt ihr jetzt nur 10 € /Monat für die selbe Absicherung.

Moment dann zahl ich ja mehr wenn was passiert oder?????
Hier kommt jetzt der zweite Kniff ins Spiel. Euer Beitrag bleibt gleich. Die 10 € die ihr durch die SB-Änderung weniger zahlen müsstet werden in einen „Gruppentopf“ abgezwackt.
In diesem Topf sammeln sich also
10€ * 10 Personen * 12 Monate  = 1200 € Am Jahresende an.

Dieser Topf dient jetzt

  1.  Um gemeldete Schäden der Truppe zu zahlen (pro gemeldeten Schaden nach neuen SB Bedingungen 200 € wovon der Selbstbehalt des Melders gleich bleibt (100 €) und der Rest aus dem Topf bezahlt wird (100 €) )
  2. Alles was am Jahresende noch übrig bleibt wird an die 10 Personen ausgeschüttet.

Und was passiert wenn der Topf leer ist?

Die Friendsurance bzw. die GmbH die die Verträge als Vermittler übernimmt schließt für diesen Fall eine Zusatzversicherung ab. Wie diese bezahlt konnte ich nicht eindeutig rauslesen – vermutlich auch aus dem Topf. Diese springt ein falls die Selbstbeteiligungen der gemeldeten Schäden den Inhalt des Topfes übersteigen. Die kostet vermutlich nicht viel, da das Risiko ja sehr begrenzt ist.
Ihr müsst aber in keiner Konstellation mehr zahlen. Aber wenn ihr oder eure „gruppe“ zu viele Schäden meldet bekommt ihr natürlich auch wenig oder nichts zurück. Aber das ist ja auch das Versprechen: „Rückzahlung bei Schadensfreiheit“

Fazit Teil 1

Das Konzept der Friendsurance erscheint erstmal schlüssig. Wenn alles sehr gut läuft und in eurer Gruppe alle zurückhaltend sind mit dem Melden von Schäden erhaltet ihr eine Prämie zurück. Wenn nicht passiert nichts negatives – ihr müsst in keiner Konstellation mehr zahlen als in eurem bisherigen Vertrag. Aber ihr bekommt im schlechteren Fall eben weniger bis keine Rückvergütung.
Und euer bisheriger Vermittler verdient nicht mehr an euch – welche Auswirkungen dass evtl. hat werde ich mir in Teil 2 anschauen.

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