Meine Broker- und Bankenauswahl

Hallo lieber Penningfuxer-Leser ,

da ich jetzt seitlich auf dem Blog die hübschen Logos der von mir genutzten Broker und Banken eingeblendet habe, fehlt natürlich noch ein weitergehender Post der die, für mich relevanten, Vor-/Nachteile dieser Broker ausführt.
Oder kurz gesagt:

Warum habe ich mich für diese Broker / Banken entschieden?

Meine Auswahl stützt sich nicht auf einer spezifischen „Prüfung“ der einzelnen Anbieter. Ich habe mir weder im Vorfeld eine Liste gemacht mit der ich die jeweiligen Angebote abgeglichen habe, noch habe ich mir Testaccounts oder ähnliches angelegt um alle möglichen Anbieter zu prüfen.

Das ganze lief mehr nach dem Try&Error Prinzip. Wo ich einen guten Anbieter vermutete und wo mir die Bedingungen zusagten habe ich mich angemeldet und ihn genutzt. Nicht alle waren gut – ich habe auch manche Accounts wieder geschlossen. was jetzt übrig geblieben ist sind die Anbieter bei denen ich meine Aktien, Optionen und Bargeldgeschäfte aktuell am bequemsten/besten abwickeln kann.

Das muss nicht so bleiben – Anbieter können ihre Geschäftsmodelle ändern und dann wechsle ich vlt. auch wieder. Aber stand jetzt – Juli 2017 – kann ich allen Aktien- /Optionen / Finanz-Neulingen und auch allen anderen bedenkenlos die folgenden Anbieter empfehlen.

Für den Optionshandel

Nachdem ich mich quasi über Chri von Easydividend erstmals mit dem Thema Optionen beschäftigt hatte und das Potential sehen konnte, was er dort jeden tag abschöpft wollte ich das natürlich auch mal zumindest ausprobieren. Wenn man jedoch als Neuling versucht irgendwo im deutschen Raum Optionen zu handeln dann landet man ziemlich schnell bei seiner Hausbank oder anderen bekannten Banken die einem den Handel mit Optionsscheinen anbieten. Wie man nach etwas Lektüre zum Thema aber weiß hat das eine (Optionen handeln) nicht viel mit dem anderen (Optionsscheine kaufen) zu tun.

Die meisten von euch werden , wie ich auch , erstmal nur ein Konto bei eurer Hausbank haben. Zusätzlich vielleicht noch ein Konto bei einer Online-Direktbank. Diese bieten in der Regel alle auch die Eröffnung eines Depots an. Wenn ihr mit Optionen handeln wollt – lasst es sein 🙂 Entweder bietet eure Bank es gar nicht an , oder sie bietet es nur für die Eurex (europäische Optionsbörse) an oder – falls sie es für weltweite Optionsmärkte anbietet – dann zu horrenden Preisen.

Wenn man vorhat in das Thema richtig einzusteigen braucht man einen Anbieter der einem Zugang zu den amerikanischen Optionsbörsen bietet und zeitgleich nur geringe Transaktionskosten ansetzt. Gerade am Anfang werdet ihr nur mit kleineren Positionen handeln und wenn dann der Durchschnittsgewinn eines Trades kleiner ist als die Transaktionskosten kann das frustrierend sein.

Deshalb bin ich – auf Empfehlung von Chri – zu Banx gelangt.

Banx ist vereinfacht gesagt eine „Filiale“ der vermutlich bekanntesten Brokerfirma InteractiveBrokers (IB).

Positive Punkte zu Banx

  • Deutsche Oberfläche / deutsche GmbH
  • Zugang zu Optionsmärkten weltweit
  • Sehr günstige Transaktionskosten (3,5$ pro Kauf/Verkauf einer Option)
  • Support auf Deutsch und Englisch reagiert zügig
  • Viele Hilfe-Videos und Texte zum verstehen der Oberflächen und Software 
  • Es gibt eine Profioberfläche (TWS) sowie eine vereinfachte Weboberfläche die wesentlich einfacher zu durchschauen ist.
  • Man hat die Wahl zwischen einem Marginkonto oder einem CashKonto (Cashkonto = ihr könnt maximal so viel verlieren wie ihr eingezahlt habt. Das zu wissen gibt einem vor allem am Anfang Sicherheit)
  • Kontoführung kostenlos

Negative Punkte zu Banx

  • Der eigentliche Handel läuft über IB aus England (für manche vlt. ein Hindernis)
  • Steuer (Abgeltungssteuer) wird nicht automatisch abgeführt – das muss man bei der Steuererklärung selbst machen
  • Eine Mindesteinlage von 3000 € zur Eröffnung des Kontos ist erforderlich.
  • Man muss Währungen erst selbst tauschen bevor man z.B. mit seinem €-Guthaben Optionen in US$ kaufen kann. Das ganze geht nur über die Profisoftware (TWS) ist aber verständlich erklärt.

Am einfachsten fahrt ihr als Anfänger mit einem Cash-Account. Die Steuer sollte euch auch kein zu großes Kopfzerbrechen bereiten. Durch die Berichte könnt ihr am Jahresende die relevanten Zahlen einfach ausdrucken und in eure Steuererklärung eintragen.
Weltweit günstig Handeln

Für ETF Sparpläne

Ursprünglich hatte ich meine ETF-Sparpläne beim selben Broker wie meine Dividendenaktien. Eine Änderung der Kostenstruktur des Anbieters machte das aber unrentabel.

Ich habe meine ETF-Sparpläne aktuell bei

flatex - entdecke moeglichkeiten

Flatex hat viele Eigenschaften die ihn eigentlich als Allrounder für Aktiengeschäfte qualifiziert. Aber eben auch ein sehr großes No-Go für die meisten Aktivitäten:

Positive Punkte zu Flatex

  • Deutscher Anbieter , deutsche Einlagensicherung, deutscher Support
  • Steuer wird automatisch abgeführt /  Freistellungsauftrag möglich
  • Größte (mir bekannte) Auswahl an Sparplan-fähigen ETFs
  • kostengünstige  (0.90 € pro Ausführung) oder kostenlose ( verschiedene Anbieter) Sparplanausführung
  • Man kann mehrere Unterkonten mit jeweils eigenem Cashkonto + Depot bequem online anlegen um verschiedene Trading-Strategien zu trennen.
  • Kontoführung kostenlos, keine Mindesteinlage erforderlich
  • Sparplan-rate kann auch von externem Konto eingezogen werden (besonders wichtig wegen Punkt 1 der Negativliste)

negative Punkte zu Flatex

  • STRAFZINSEN (aktuell 0,4 % ) für jeden € der auf dem Konto liegt  – Allerdings nur für Cash – nicht für Aktien/ETFs im Depot!
  • Hohe Kosten für ausländische Dividendenzahlungen – deutsche Dividenden kostenfrei.

Also wie ihr seht viele positive Punkte aber zwei doch sehr harte Negative. Aktuell kann ich Flatex nur für ETF-Sparpläne uneingeschränkt empfehlen. Wenn die Strafzinsen wieder verschwinden ist der Anbieter auch für deutsche Aktien wieder interessant.

flatex - entdecke moeglichkeiten

Für Dividendenaktien /Aktientrades allgemein

Natürlich kann man seine Aktientrades auch komplett z.B. über Banx abwickeln. ich hingegen trenne meine Optionen und Aktientrades gerne. (Was natürlich nur begrenzt geht – man bekommt ja u.U. auch durch Optionen Aktien eingebucht die man je nach Lage länger hält, Dividenden kassiert etc.)

Ich wickle meine reinen Aktientrades seit diesem Jahr ab bei der

OnVista Bank - Die neue Tradingfreiheit

Hier die Gründe warum:

  • Kostenlose Kontoführung und keine Strafzinsen
  • deutscher Anbieter, deutscher Support etc
  • Steuer wird automatisch abgeführt / Freistellungsauftrag
  • Dividendenzahlungen (alle) ohne Kosten 
  • Solange man „online“ arbeitet entstehen so gut wie keine Kosten (also keine Papierbelege schicken lassen, HV-Eintrittskarten drucken etc)
  • Günstige Preise – Entweder 3,99 € pro Trade oder kostenlose Trades deren Anzahl sich jeden Monat nach eurem verfügbaren Guthaben richten
  • Optionshandel an der Eurex auch möglich
  • Ebenfalls große Auswahl an günstigen/kostenlosen ETF-Sparplänen.

Weniger gut gefällt mir bei Onvista:

  • Die Weboberfläche finde ich vom Bedienkomfort eine Zumutung.
  • Keine Unterkonten wie z.B. bei Flatex möglich.

OnVista Bank - Die neue Tradingfreiheit

Für Cashreserve / Tagesgeld / Sonstiges

Neben den Aktien und Optionen leiste ich mir noch einen Account in dem ich z.B. meine Cashreserve halte, wo ich ein Girokonto mit mehrere Unterkonten führen kann und wo ich Trades eingehe die für mich steuerlich schwer zu durchschauen sind.   Hier bin ich seit vielen Jahren bei der
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Die Bank ist für mich einfach ein seriöser „Fels“ in der teilweise schnelllebigen Fintech-Branche und die Vorteile sprechen für sich:

  • Kostenloses Girokonto mit kostenlosem Geldabheben an allen Automaten mit VISA-symbol (so gut wie alle) – das hat keine andere mir bekannte Bank.
  • kostenlose Unterkonten (Extra-Konten) können bequem online angelegt werden (früher noch mit Guthabenzinsen – aktuell bei 0,X %)
  • Überweisungen, Lastschriften, Daueraufträge – alles kostenlos.
  • Kostenloses Depot
  • Steuer wird automatisch abgeführt / Freistellungsauftrag (hier fühle ich mich mit einer echten Bank im Hintergrund irgendwie wohler wie mit einem Fintech)
  • Tagesgeldkonto mit zumindest minimalen Guthabenzinsen. (0,75 in den ersten 4 Monaten, danach 0,20 aktuell)
  • Dividenden-Einnahmen auch hier kostenlos

Aber auch die ING – Diba hat natürlich Schwächen:

  • Aktienkäufe sind recht teuer (9,90 € mindestens pro Trade)
  • Nur begrenzte Auswahl an ETFs
  • Sparpläne nicht kostenlos (außer bei Aktionen)

Also die ING-Diba ist also eher für Cashlagerung gedacht – und vlt für spezielle Aktien/Fonds-trades.

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Ich hoffe diese kleine Pro-Kontra Auflistung hilft euch eure „Sammlung“ an Brokern bzw. Banken zu finden.

Den EINEN Anbieter der alles macht und dazu noch billig ist gibt es einfach nicht. Aber durch Online-Abschluss und Verwaltung macht es auch kaum noch Arbeit bei mehreren Anbietern zu sein.

Beachtet aber: Jedes Konto bei dem ihr eine Kreditlinie bekommt (fast immer bei Girokonten z.B) wird der Schufa gemeldet. Solche Konten solltet ihr also mit Bedacht anlegen und wenn ihr Sie nicht mehr benötigt auch wieder korrekt schließen und eure Schufa-Einträge diesbezüglich überprüfen.

6 Replies to “Meine Broker- und Bankenauswahl

  1. Ich war anfangs bei CapTrader, die weitesgehend die gleichen Gebuehren wie Banx haben.
    Meine Empfehlung ist ein wenig laenger sparen und direkt zu IB gehen. Mindesteinlage ist glaub ich 10.000USD, dafuer sind die Gebuehren deutlich niedriger.

    Wenn du die Option bei Banx/Captrader fuehzeitig zurueck kaufst, zahlst du insg. 7 USD Gebuehr. Bei IB sind es 1,59-2,68 USD.

    Zum Vergleich in meinem ersten Monat bei CapTrader habe ich 9 Optionen gehandelt und 52,5 USD Gebuehren (239.5 USD Gewinn).

    Diesen Monat habe ich bei IB 23 Optionen gehandelt und 42,55 Gebuehren gezahlt. (814,45 USD Gewinn).

  2. Hey SoloFlow,

    danke für deine Ergänzung. Ja bei IB sind es 10.000 USD Mindesteinlage. Außer man ist unter 25 , dann nur 3000 US$.

    Für alle die noch keinen Account zum Optionen handeln haben natürlich eine Überlegung wert.

    Wobei man sich die Kostenstruktur dort auch nochmal genau anschauen muss – es gibt nämlich auch eine monatliche Mindestgebühr von 10 US$ die man zahlen muss. Entweder durch entsprechend viele Trades oder einfach so.
    (https://www.interactivebrokers.co.uk/de/index.php?f=6445)

    mfg
    Oli

  3. OnVista hat eine 5€ Ordergebühr + 1,5€ Aufschlag (nicht 3,99€) und die DKB bietet auch kostenloses Abheben (per VISA) an 😉

    1. Hey Adam,

      hast recht, hab die 3,99 € vom Werbebanner übernommen – die gelten aber nur für die ersten 6 Monate im FreebuyDepot (wenn man keien Freebuys hat).

      Danke für die Ergänzung auch mit der DKB – auch diese bietet Visa-Abhebungen kostenlos an (bzw im Ausland mit Kosten die im Nachgang wieder gut geschrieben werden – für aktive Kunden)

      mfg
      Oli

      DKB bietet so etwas auch an – allerdings

  4. Eine kleine Ergänzung zu Flatex:

    Wenn man Sparpläne per Lastschriftverfahren von einem externen Konto bezahlt, und zwischen Ausführung und Einzug zu viel Zeit vergeht, dann kann es schon mal vorkommen, dass man Zinsen (0,4% Negativzins) berechnet bekommt.

    1. Hey, danke für deine Ergänzung.

      Ja das ist mir bei der letzten Berechnung auch aufgefallen – ich habe das mehrmals per Mail und aktuell in der Kundenumfrage wieder bemängelt. Mal abwarten ob am Ende des Quartals wieder etwas berechnet wird.

      Flatex hat sich mit diesem Schritt der Negativzinsen meiner Meinung nach ein ziemliches Eigentor geschossen.

      mfg
      Oli

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