Hornbach unter Zwang verkauft – durch 3 neue Aktien ersetzt

Mal wieder was „mit Aktien“ heute 😀

Und das ganze tatsächlich nicht ganz freiwillig, denn eigentlich hatte ich aktuell gar kein Kapital für einzelne Aktienkäufe zur Verfügung.

Hornbach Baumarkt Aktie

Allerdings war ich Hornbach-Baumarkt Aktionär…. Und das in der Corona-Zeit auch sehr gerne, denn die Aktie war trotz Zugangsbeschränkungen etc. einer der Gewinner der Lockdown-Zeit:

Aktienchart Hornbach Baumarkt AG , Quelle: Onvista.de

Und so wäre ich es auch gerne weiterhin Aktionär geblieben. Aber die Muttergesellschaft der Hornbach Baumarkt AG – die ebenfalls am Aktienmarkt präsente Hornbach Holding AG (ISIN:DE0006083405) hat beschlossen die Baumarkt AG vom Aktienmarkt zu nehmen (Delisting).

Das bedeutet es gab mit der Ankündigung dieses Vorhabens Mitte januar eine Offerte die Aktien für 47,50 € zurück zu kaufen. Fristende für das Angebot ist der 22.02.2022.

Hornbach Baumarkt Delisting-Angebot

Ich muss sagen, dass ich bisher noch nicht mit Delisting-Angeboten zu tun hatte.

Aktiensplits oder Abspaltungen gibt es ja des Öfteren – gerade im Dezember wieder als die Daimler Aktie in die Daimler AG und die Daimler Truck AG aufgeteilt wurde. In solchen Fällen muss man als Aktionär in der Regel nichts unternehmen. Wenn man entsprechende Aktien der „Hauptfirma“ hält und nichts tut, bekommt man die entsprechende Abspaltungs-Aktie automatisch im jeweiligen Anteil ins Depot gelegt (im Daimler-Beispiel waren es je 1/2 Daimler-Truck AG Aktie pro Daimler AG-Aktie).

Bei einem Delisting-Angebot ist es jedoch anders-
hier muss man sich zumindest mit dem Fall beschäftigen.

Welche Folgen hat ein Delisting für den Aktionär

Ich musste mich zu dieser Frage auch erstmal informieren. Glücklicherweise gibt es viele gute und ausführliche Beiträge zu den Gründen und Folgen eines Aktien-Delistings. z.b: Kleingeldhelden und beim Depostudent.

im Falle von Hornbach konnte man zumindest davon ausgehen, dass das Delisting keine negativen Gründe wie einen drohenden Bankrott oder ähnliches hatte.

Kurz-Zusammenfassung : Aktien-delisting – Ursachen und Möglichkeiten

* Ein Delisting-Angebot ist für dich als Aktionär wichtig. Du musst dich damit beschäftigen!

* Es kann gute Gründe für ein Delisting geben – aber oft ist es kein gutes Zeichen

* Wenn das Delisting-Angebot kommt kannst du entweder das Angebot zum Rückkauf annehmen oder die Aktie bis zum angekündigten Stichtag „normal“ an der Börse verkaufen

* du MUSST NICHT verkaufen. Man bleibt dann weiterhin Aktionär , behält sein Stimmrecht und auch seinen Anspruch auf die Dividende.

* Die Nachteile sind jedoch auch gravierend:

– Im Depot wird die Aktie mit 0 € bewertet – weil es keinen Handel mehr gibt.

– Der Verkauf ist nur noch über Umwege möglich und die Preisfindung ist schwierig.

– Du musst dich über alle Entwicklungen der Aktie zukünftig selbst informieren. Es wird keine „üblichen“ Berichte und dergleichen mehr geben wie es bei Börsenunternehmen Standard (und teilweiße Pflicht) ist.

Fazit : Hornbach Delisting Angebot – ich habe verkauft

Die Hornbach-Baumarkt Aktie hat sich gut entwickelt. ich wäre auch gern dabei geblieben da ich auch langfristig an eine gute Entwicklung glaube. Die Nachteile die ich als Aktionär einer nicht-börsengehandelten Firma aber hätte, sind mir zu groß. Vor allem da mich die Aktie dann zukünftig wesentlich mehr Zeit gekostet hätte und ich keinen schnellen Überblick über deren Wert mehr gehabt hätte. Also habe ich die Aktie gestern verkauft- direkt an der Börse und damit noch 5 Cent pro Aktie besser abgeschnitten als mit dem Kaufangebot von Hornbach direkt. 

Insgesamt hat mir die Hornbach Aktie über die letzten Jahre einen schönen Kursgewinn von ca. 80 % eingebracht + Dividenden. Wehmutstropfen ist natürlich, dass ich durch diesen Verkauf jetzt direkt meinen Sparerpauschbetrag für dieses Jahr verbraten habe und für alle weiteren Dividendenzahlungen etc. direkt Steuer anfällt. Das will man als Buy-and-hold bzw. Dividendenanleger ja eigentlich vermeiden. Naja jetzt ist es halt so

Das mit dem „Zwangsverkauf“ erlöste Geld kann jetzt natürlich nicht untätig auf dem Konto liegen bleiben sondern soll wieder in neue Aktien investiert werden 🙂

Welche Aktien jetzt kaufen? Mein grundlegendes Vorgehen:

Hier hat ja jeder seinen eigenen Plan wie er neue Aktien für den Kauf auswählt. Manche haben Watchlists und können direkt Positionen kaufen bei denen der Preis attraktiv ist. Oder Sie nehmen sich 2 Tage frei und analysieren welche Sparten/Aktien momentan charttechnisch interessant sind.

Ich habe da irgendwie den „fauleren“ Ansatz :

Ansatz 1: Aktienanalyse – ja gerne – wenn man es kann

Natürlich gehe ich auch nicht einfach ins Depot und kaufe die erstbesten Aktien die mir von den Broker- oder Aktienseiten gerade in den Nachrichten präsentiert werden. Ich bin der Überzeugung, dass man zwar Glück damit haben kann (hatte ich auch z.B. beim Kauf von Eckert und Ziegler damals) aber meistens geht das eher schief.

Also sollte man sich die Kerndaten eines Unternehmens , an dem man sich beteiligen will schon genauer anschauen. Dafür gibt es mit dem Aktienfinder ja mittlerweile ein extrem mächtiges und trotzdem gut verständliches Online-Tool welches auch von „Laien“ bedient werden kann.

Ich bin diesmal aber den noch bequemeren Weg gegangen – Ich habe analysieren lassen. Torsten Tiedt, der Macher vom Aktienfinder bespricht jeden Sonntag auf Youtube aktuelle Entwicklungen und Einzelaktien mit der Community. Dabei analysiert er auch live Einzelaktien über den Aktienfinder.

Aktienfinder Youtube Kanal

Nicht falsch verstehen: das ist keiner dieser „Diese Aktie musst du kaufen für 1000% Gewinn in einem Jahr“ – Kanäle mit selbsternannten Aktienprofis. Torsten analysiert einfach nur sehr detailliert und gut verständlich die Zahlenwerte die einzelnen Aktien zugrunde liegen und zieht daraus für sich ein Fazit.

Das kann natürlich auch mal falsch sein – auch damit geht er offen um wenn er mal von Entwicklungen überrascht wurde.

Aber alles in allem fühle ich mich wohler damit wenn er Zahlen interpretiert als wenn ich es selbst machen würde. Damit beschäftige ich mich einfach zu wenig mit den jeweiligen Werten und Abhängigkeiten.

Ich kaufe nicht einfach weil er in einem seinem Videos ein positives Fazit zu einer Aktie zieht – aber wenn ich eine Aktie im Blick habe dann Lege ich wert auf seine Analyse der Zahlen. Wenn diese dann positiv ausfällt – umso besser.

Ansatz 2 : Eigene Einschätzung + Kurzrecherche

Manchmal habe ich auch einfach bestimmte Aktien im Kopf von denen ich mir – ganz laienhaft – ausmale, dass deren Geschäftsmodel Zukunft hat. Das kennt sicher jeder von euch. Man liest in den Nachrichten, auf einem Blog oder sonst wo etwas zu einer Firma oder einer neuen oder bewährten Geschäftsidee und denkt sich “ ja ich glaube das läuft auch in Zukunft gut“.

Von solche Aktien schaue ich mir dann auch immer mal wieder die Grunddaten an und wenn ich gerade kaufen möchte suche ich nach aktuellen Besprechungen /Analysen zu diesen Aktien. Wenn da keine „Katastrophen“ vorausgesagt werden oder jemand grundsätzliche Probleme in der Zukunft sieht bin ich geneigt diese Aktien zu kaufen. Weniger aufgrund der Analysen selbst , sondern einfach weil ich an das Geschäftsmodel glaube und mir keiner einen guten Grund geben konnte davon abzugehen.

Soviel zu meiner Grundlegen Vorgehensweiße bei der Kaufentscheidung von Aktien. Jetzt aber Tacheles:

Diese 3 Aktien habe ich vom Hornbach-Erlös gekauft

Paypal (ISIN: US70450Y1038)

Paypal gehört zu den Techaktien die in den letzten Wochen sehr stark abgestürzt sind.  In der Spitze fast 59 % runter vom Höchstwert. Der Absturz der Tech-Werte im allgemeinen hat vermutlich jeder mitbekommen der auch nur halbherzig mal Börsennachrichten hört. Deshalb war für mich klar, dass ich mir diesen Bereich anschauen wollte. Starke Rücksetzer einer ganzen Sparte sind ja oft gute Kaufgelegenheiten wenn sich nichts fundamentales geändert hat.

Und gerade bei Techaktien hat natürlich jeder ein ungefähres Bild davon was diese machen. Jeder hatte schon mal Kontakt mit Amazon, Alphabet(Google), Meta (Facebook) oder Paypal.

Ich denke persönlich , dass fast alle der o.g. in Zukunft weiterhin sehr erfolgreich sein werden. Außer Facebook – da habe ich persönlich den Eindruck, dass es immer unwichtiger wird und immer mehr Gegenwind bekommt (Datenschutz etc.).

Amazon und Alphabet habe ich für mich aber ausgeschlossen – nicht aus fundamentalen Gründen sondern einfach weil ich eine nicht begründbare Abneigung dagegen habe für eine Einzelaktie über 2000 € zu bezahlen. Mir fehlt da einfach die Fantasie da noch große Steigerungen zu sehen. Aber das ist objektiv gesehen vermutlich absolut Quatsch. Aber es ist ja auch meine persönliche Begründung 😀

Also Paypal – Nutze ich seit Jahren udn auch in meinem Umfeld kommt es immer mehr zum Einsatz. Sowohl bei kleineren Geschäften, als auch im Privatbereich um mal schnell Geld hin und her zu senden. Es sind schon viele Konkurrenten angetreten um Paypal zu verdrängen – wirklich erfolgreich war bisher noch keiner so richtig. Daher sehe ich in Paypal auch zukünftig ein gutes und tragfähiges Geschäftsmodel.

Wie passend, dass o.g. Torsten Tiedt just diese Woche noch einmal Paypal untersucht hat – nachdem er bereits einige Wochen vorher eingestiegen war und jetzt einen ziemlichen Verlust zu verschmerzen hatte:

Nach diesem Video war ich umso mehr überzeugt, dass Paypal zu den aktuellen Preisen ein lukrativer Kauf sein könnte.

Also bin ich heute für 103 € /Aktie Paypal-Aktionär geworden. Mal schauen was daraus wird 🙂

OnVista Bank - Die neue Tradingfreiheit

Omega Healthcare Investors

Mein zweiter Kauf war geleitet von meinem Ansatz 2. OHI ist ein US-REIT welches sich auf die Vermietung von Immobilien im Bereich Senioren/Pflege spezialisiert hat.

Gerade durch Corona wurde uns in Deutschland das Thema Pflegenotstand ja schmerzlich vor Augen geführt. Und die demografische Entwicklung zeigt auch für den Bedarf nach Seniorenwohnplätzen nach oben.

Ich bin mit LTC Properties (US5021751020) schon in einem Mitbewerber von OHI investiert – beide sind fast ausschließlich im Amerika präsent , daher ist dieser Kauf auf jeden Fall eher ein Klumpenrisiko als Diversifikation. Aber dem halte ich meine Ansicht entgegen, dass es in diesem Bereich zukünftig immer mehr Bedarf geben wird – ich sehe also keinen Grund warum nicht beide Firmen erfolgreich bleiben können.

Das besondere Bonbon natürlich bei OHI: 9 % Dividendenrendite

Das geht natürlich nur weil ein REIT grundsätzlich einen Großteils des Gewinns ausschütten muss.

Natürlich gibt es auch bei OHI einige Risiken sowohl für die Firma selbst als auch für die ganze Branche.

Getreu meinem Ansatz 2 habe ich also online aktuelle Publikationen durchsucht zum Thema Omega Healthcare Investors. Ja es gibt kritische Stimmen , ja es gibt auch schlechtere Prognosen was die Dividenden und die allgemeine Entwicklung angeht . Für mich war aber nichts dabei was diese Aktie zu einem No-Go gemacht hätte.

Also bin ich heute für 25 € /Aktie eingestiegen

Blackrock Inc (ISIN: US09247X1019)

Blackrock sollte eigentlich jedem der hier mitliest ein Begriff sein. Die Ober-„Heuschrecke“ , die Mutter aller Finanzkonzerne. Für viele Anleger auch bekannt als Herausgeber der sehr beliebten IShare-ETFS

Aber obwohl ich dachte, ich wüsste schon grob was Blackrock alles macht, hat mir ein Hörbuch eindringlich vor Augen geführt , dass ich doch fast nichts wusste:

Hörbuch:
Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen? Die heimlichen Herrscher und ihre Gehilfen

Ich bin mir sehr sicher, dass sich der Autor des Buches eben nicht gewünscht hat, dass man nach der Lektüre hingeht und die genannten Firmen unterstützt. Aber die Moral mal beiseite gelassen – Wenn man Blackrock als das Amazon der Finanzbranche ansieht, wäre das auf Basis der Informationen aus dem Hörbuch immer noch eine starke Untertreibung.

Und gerade wenn man sich vor Augen führt, dass die nächste Finanzkrise unweigerlich kommen wird dann ist auch klar dass die Regierungen sich wieder an einen „kompetenten Aktör im Finanzwesen“ wenden werden um die Kartoffeln aus dem Feuer zu holen. Und da gibt es eigentlich nur einen wirklich großen: Blackrock.

Eigentlich war Blackrock aus obengenannten irrationalen Gründen mit einem Aktienpreis von mehreren hundert € nie auf meiner direkten „Wishlist“. Aber da auch Blackrock in den letzten Wochen deutlich Federn lassen musste habe ich mich dazu durchgerungen eine kleine Position zu kaufen:

Blackrock Chart , Quelle: Onvista

Einstieg als Blackrock-Investor bei 675 €

Fazit /Ausblick

So war ich also durch Hornbach gezwungen mich nach Monaten des passiven ETF-investierens wieder mit Einzelaktien zu beschäftigen. Ich habe jetzt zum ersten mal eine der großen Tech-Aktien im Depot und auch erstmals eine Aktie die mehr als 500 € pro Stück kostet.

Die Zukunft wird zeigen ob meine Kaufansätze hier richtig waren – dazu wird es zu gegebener Zeit sicher wieder einen Beitrag geben.

Wenn ihr wollt könnt ihr eure Meinung zu meinen Käufen natürlich gerne in den Kommentaren dalassen.

2 Replies to “Hornbach unter Zwang verkauft – durch 3 neue Aktien ersetzt

  1. So war ich also durch Hornbach gezwungen mich nach Monaten des passiven ETF-investierens wieder mit Einzelaktien zu beschäftigen.

    == Weshalb? Hättest das Geld ja in einen ETF stecken können.

    1. Hey,
      „Gezwungen“ war es natürlich nicht – aber das passive Investieren in ETFs läuft bei mir auf einem seperaten Depot per Dauerauftrag – also wirklich passiv.

      Die Hornbach-Aktie gehörte dagegen zu meinem Einzelwerte Depot. Und da sollte das Geld auch bleiben.

      Und wenn man ehrlich ist – Einzelaktien suchen und kaufen ist doch manchmal eine nette Abwechslung zum langweiligen ETF-Sparplan 🙂

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