Flatex ade – Hallo Onvista

Die meisten von euch werden es zwischenzeitlich ja schon aus den News-Seiten oder Blogs gelesen haben. Der Broker Flatex reiht sich ein in die Riege der (aktuell noch überschaubaren) Banken die für das reine Ablegen von Bargeld Zinsen verlangen.

Um 0,4 % wird der geneigte Anleger pro Jahr erleichtert wenn er es wagt Guthaben nicht in Aktienform bei Flatex abzulegen. Soviel zum Rauschen im Blätterwald.

Stimmt das denn mit den Negativzinzen bei Flatex?

Da ich bisher von Flatex nichts offizielles gehört hatte habe ich deshalb eine Anfrage an den Support gestellt die mir gestern auch beantwortet wurde:

Es ist korrekt, dass flatex ab dem 15. März 2017 Bareinlagen quartalsweise mit 0,40 % p.a. belasten wird. Davon betroffen sind ausschließlich Bareinlagen auf Ihren Cash-Konten, CFD- oder FX-Transferkonten. Ihre Depotwerte oder als Margin geblockte Beträge sind nicht betroffen. Zum Beispiel wird ein Guthaben in Höhe von 10.000,00 € pro Quartal mit 10,00 € pro Quartal belastet. Eine entsprechende Kundeninformation finden Sie in Ihrem Dokumentenarchiv.

Ok also wurde ich wohl doch informiert und hab nur nicht reingekuckt  – hab ich bisher immer noch nicht aber ich glaubs einfach mal 🙂 Es ist also Fakt – der Negativzins kommt.

Was für Schlüsse ziehe ich daraus?

 

Auf meine bescheidenen Möglichkeiten runtergerechnet sind diese 0,4 % erstmal nicht viel. An Cash halte ich auf dem Depot maximal 1000 € – um spontan bei einem guten Kurs irgendwo zuschlagen zu können.

Das macht dann 1 € pro Quartal / 4 € im Jahr . Rein vom Betrag her vernachlässigbar würde man meinen – aber ich wäre ja kein Penningfuxer wenn mich diese „Kostensteigerung“ von 0 auf 4 kaltlassen würde.

Ich verstehe natürlich das Problem von Flatex – Sie sind gezwungen die Gelder bei der EZB zu parken und diese wiederum zwingt Flatex eben die Strafgebühr abzudrücken. Das haben die EZB-Kasper um Draghi schon clever eingerichtet das System (allerdings zum Nachteil der Bürger – aber so ist es bei der EU ja häufig)

Was ich seitens Flatex aber nicht verstehe : Warum muss das ganze ab dem ersten € auf dem Konto gelten? Würde man einfach jedem Kunden einen Freibetrag lassen (und wenn es nur 1000 € sind) bis zu dem keine Negativzinsen anfallen dann hätte man vermutlich schon viel gespart weil die größeren Vermögen abgezogen werden würden aber die kleinen Kunden im Gegensatz nicht verprellt werden würden.

Warum ich wegen 4 € im Jahr wechsle

Es hört sich wirklich knickerig und auch nicht sinnvoll an wegen so kleinen Beträgen den Aufwand zu starten sein Depot umzuziehen. Wenn man allein bedenkt was an zeit draufgeht einen neuen Anbieter zu finden, sich anzumelden , PostIdent, Depotübertrag etc… Das kostet mich in € umgerechnet mindestens 20 mal mehr als die Strafzinsen von Flatex im ersten Jahr.

Deshalb geht es mir beim wechseln nicht um die Einsparung sondern ums Prinzip.

Flatex hatte ich gewählt weil er eine kostenfreie Kontenführung UND so ziemlich die billigsten Ordergebühren hatte. Ich habe bei Flatex meine DAX-Dividenden-Aktien liegen (weil nur deutsche Dividenten -Einnahmen bei Flatex kostenfrei sind) sowie mehrere ETF Sparpläne.

Außerdem gab es für die Anmeldung damals 10 Freebuys was ich natürlich auch gerne mitgenommen habe. 🙂

Die Konkurrenz auf deutschem Boden ist in diesen Punkten gleichwertig oder sogar etwas schlechter als Flatex. Die Ordergebühren sind z.B. bei Onvista ähnlich, (3,99 Euro Festpreis pro Order für 6 Monate)allerdings gibt es dort wesentlich weniger kostenfreie Sparpläne. Weshalb also dennoch wechseln?

Aber wenn ich die Wahl habe zwischen einem Anbieter bei dem eine Transaktion etwas teurer ist und einem Anbieter bei dem die Transaktion billiger ist , dafür aber im Hintergrund kosten laufen dann wähle ich klar den ersteren.

Denn nur bei dieser Konstruktion habe ich die Kosten wirklich im Griff – klar ich könnte den Cash abziehen und damit bei Flatex auch keine kosten – das schränkt mich aber in meinem Handelsmöglichkeiten deutlich ein. Bis das Geld wieder bei Flatex ist ist die Kurschance schon lange vorbei (auch wenn man kein Daytrader ist).

Sonderfall „kleine Sparpläne“

Bei mir dazu kommt noch die Problematik mit „kleinen Sparplänen“ . Ich habe sowas z.B. für meinen Neffen den ich mit einem ETF Sparplan bedacht habe. Die monatliche Sparrate beträgt 25 € . Die Mindestsumme für den Sparplan ist aber 50 € . Bisher war das unproblematisch – der Sparbetrag wird jeden 1. des Monats zum Flatexkonto überwiesen , der Sparplan kauft alle 2 Monate.
Mit den neuen Negativzinzen zahle ich aber für die „Zwischenlagerung“ schon Geld und das sehe ich absolut nicht ein.

Fazit

Zusammengefasst kann ich also für mich sagen: Ja der Betrag ist nicht groß (für mich kleinen Anleger) und die Arbeitszeit zum wechseln kommt mich viel teurer aber ich möchte partout nicht passiv bezahlen (Kosten durch Nichtstun) und schon gar nicht Strafe zahlen weil ich meinen ETF Sparplan füttere.

ich habe also heute mein Onvista Antrag ausgefüllt und werde zumindest die kleinen Sparpläne dorthin umziehen (die gewählten ETFs sind bei Onvista  auch kostenfrei). Ob ich mein bisherigen Aktiendepot bei Flatex belasse werde ich noch entscheiden. Neue Aktienkäufe und meine „Schnellkauf“-Reserve wandern aber auf jeden Fall zu Onvista.

Negativzinsen? - Nicht bei uns! - Landing Page 5 Euro Festpreisdepot

Wie ist es bei euch – was tut ihr wenn sich bei eurer Bank/eurem Broker der Negativzins ankündigt?

 

6 Replies to “Flatex ade – Hallo Onvista

  1. Hallo Penningfuxer,

    bin nicht bei flatex, habe aber gesehen, dass flatex oft sehr günstige Konditionen für ETF-Sparer anbietet. Wenn ich ETF-Anleger wäre, würde ich deshalb wahrscheinlich trotz des Negativzinses bei Flatex bleiben. Als Einzelaktien-Investor nicht, weil ich immer etwas Cash für Opportunitäten vorhalten möchte. Da würde ich den Negativzins auch aus Prinzip nicht in Kauf nehmen und wechseln. Ich finde auch, ein Freibetrag von vielleicht 10k ohne Negativzinsen hätte sicher weniger Kunden verschreckt.
    Die Konkurrenz freut sich und wirbt mit Negativzinsfreiheit… Kein guter Schachzug von Flatex. Außerdem zockt flatex bei Dividenden aus dem Ausland so richtig ab, 5 € pro Ausschüttung – Frechheit.

    Bin übrigens auch bei OnVista, mit Festpreisdepot (6,50 € pro Trade). Die Flatrate finde ich okay. Leider dauert das Erteilen einer Order im Webtrading oft sehr lange. Am Brexit-Day ging gar nichts mehr. Echt übel. Was mich bei OnVista sonst noch stört, ist, dass man Wahldividenden nicht kostenlos reinvestieren kann. Pro Reinvestition werden 10 Euro fällig. Das ist mehr, als der manuelle Nachkauf kosten würde. Und man kann den Auftrag zur Reinvestition nicht einmal online erteilen. Dass der Tax Voucher, den man braucht, um sich die Schweizer Quellensteuer anteilig zurückzuholen, pro Dividendenausschüttung 20 Euro kostet, finde ich ebenfalls ätzend. Deshalb werde ich ein Zweitdepot bei der IngDiBa eröffnen und die Einzelaktien dorthin übertragen lassen. Bei der ING-DiBa sind diese Leistungen (Reinvestiton von Wahldividenden und Ausstellen des Tax Vouchers Schweiz) online möglich und kostenlos, aber es gibt keine Trading-Flatrate. Normale Käufe werde ich also weiter über OnVista tätigen. Und dann die Neuerwerbungen von Zeit zu Zeit zur IngDiBa übertragen. Dass ich bei der ING-DiBa für Verkäufe keine Flatrate habe, stört mich nicht, weil ich fast schon extremes Buy-and-Hold betreibe. Ich kaufe ausschließlich Qualitätsaktien in mein „Coffee-Can-Portfolio“ (im Sinne von Robert Kirby) und verkaufe diese selten bis nie.

    Gruß

    Colibri

    1. Hallo Colibri,
      danke für den ausführlichen Kommentar 🙂

      Aber ich verstehe nicht ganz was du mit Wahldividenden meinst?
      Bei der IngDiba bin ich auch mit einem Depot welches ich für Auslandsaktien und ETFs nehme , da die ING eigentlich bei allem was steuerlich kompliziert ist bisher sehr hilfreich war.

      Ich überlege gerade….was spricht eigentlich dagegen einen ETF bei einem Anbieter zu kaufen wo der kauf günstig ist und ihn alle x Monate zu einem Anbieter zu übertragen wo das „Halten“ (Ausschüttungen etc) günstig ist? Ist zwar etwas „asozial“ gegenüber den Anbietern aber ^^

      Zumindest Übertragsgebühren musste ich bisher noch nie zahlen 🙂

      mfg
      Oli

  2. Ich hatte in letzter Zeit mit dem Gedanken gespielt mir ein zusätzliches Depot bei Flatex zu holen.
    Mit der Nachricht hat sich das für mich jetzt erledigt. Klar ist der Strafzins absolut gesehen nicht viel. Aber wenn sie hier mit schlechten Neuerungen vorpreschen, dann gehe ich einfach davon aus, dass die bei zukünftigen Negativ-Innovationen auch wieder vorne mit dabei sind. Da sollen sich dann lieber andere drüber ärgern…

    1. Ja , Flatex hat definitiv einige PRO-Punkte (Hohe Anzahl kostenfreier Sparpläne, günstiges Trading, meiner Meinung nach gutes Webinterface) aber mitlerweile auch genau so starke Kontra-Punkte (Negativzinzen, Hohe Kosten für ausländische Dividenden).
      Von daher würde ich sagen für spezielle Einzelzwecke kann Flatex durchaus noch ein sinnvoller Broker sein – aber als einziger Broker für alles kann man ihn nichtmehr empfehlen. Wobei ich ehrlich gesagt auch keinen wüsste der „in allem“ gut ist. Deshalb wird es wohl auch weiterhin auf mehrere Broker für verschiedene Depots/Handelsstrategien hinauslaufen.

      mfg
      Oli

  3. Ich bin mal gespannt, ob Onvista die Konditionen so hält wenn comdirect sie vollintegriert. Da bin ich ehrlicherweise etwas skeptisch. Aber warten wir es ab! Im Moment sind sie tatsächlich eine vernünftige Alternative zu flatex.

    1. Jap mal sehen – wär natürlich schon ärgerlich wenn man extra hinwechselt aufgrund der „Bei uns gibts das nicht“- Werbung und dann kommts doch…wäre aber nicht das erste mal 😀

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