Abseits der Börsenkurse – Positives der Corona Pandemie

Hallo liebe Leserschaft,

schon über einen Monat her seit meinem letzten Posting. Dort ging es noch um Exporo-Mietrendite und passives Einkommen….

Seitdem leben wir gefühlt in einer neuen Welt. Ich glaube noch vor 4 Wochen hätte niemand für Möglich gehalten welches Ausmaß diese Geschichte annimmt.

Ok wieder mal ne Seuche irgendwo in der Welt weit weg von mir. Naja dann flieg ich da halt nicht hin, weiter im Text, wie stehen die Börsenkurse?

Das dürfte so ziemlich die Haltung von vielen – ich gebe zu auch von mir – gewesen sein.

Doch nach und nach wurde klar, dass es immer mehr zu einem Problem für die gesamte Menschheit werden würde. Promis, Politiker und auch große Firmen waren plötzlich davon betroffen. Auf die ersten zaghaften Eindämmungsversuche folgten in schnellen Abfolgen weitere Maßnahmen. Nicht zu unrecht wenn man sich ansieht was passiert wenn die Gesundheitssysteme über Ihre Grenzen gehen (Italien)

Börse und Co – Wichtig ja – aber nicht das Hauptthema

börsencrash corona

Aus Sicht der „Finanzblogosphäre“ (gibt es das Wort überhaupt? ) war natürlich erst einmal der Crash an allen Börsen im Vordergrund gestanden:

Da ist der Crash!

Crash! jetzt nachkaufen!

Diese Aktien werden vom Börsencrash profitieren!

Das sind nur einige der Schlagzeilen aus den letzten Wochen.

Ja natürlich – es ist das was wir als Investoren eigentlich seit Jahren entweder herbeigesehnt oder befürchtet haben. Die Kurse brechen ein, manche ehemals als „sichere Häfen“ gehandelte Aktien fallen ins Bodenlose.

Die wenigsten hätten mit einem Ereignis gerechnet welches global dermaßen Auswirkungen hat. Es war plötzlich egal ob man Aktien aus den USA oder irgendeinem 5te Welt-Land im Depot hatte. Alles ging nach unten und das nicht nur weil die Stimmung mies war.

Alle Firmen weltweit haben plötzlich mit ganz realen Problem zu kämpfen :

Wie können wir unsere Arbeiter gesund halten? Wie können wir weiter produzieren ohne den Virus zu verbreiten?

Hier werden wir in den nächsten Monaten noch einige Überraschungen erleben – denn auch stabile Firmen können nicht einfach über Wochen nicht produzieren und verkaufen ohne Schaden zu nehmen.

Hier ist nichts mehr sicher – wie es in einem Crash halt mal so ist.

Ich will euch jetzt keine Empfehlungen geben, kann euch aber sagen was ich mache:

Meine Sparpläne laufen weiter. Und ich kaufe von allem Geld was ich derzeit erübrigen kann weitere Einzeltitel die ich für stabil genug halte auch eine längere Krise zu überstehen. Dabei orientiere ich mich aber nicht wie sonst an der Dividendenhöhe – denn auch diese wird sich bei vielen Firmen im Vergleich zum letzten Jahr auf jeden Fall ändern.

Ich würde mal wetten das wir im nächsten Jahr mindestens 30% weniger Dividenden-Aristokraten haben als 2019. 🙂

Abseits des Börsengeschehens:

Doch wie in der Überschrift angedeutet will ich heute gar nicht über das Treiben an den Börsen schreiben. Vielmehr denke ich das Corona – bei aller Dramatik und Traurigkeit die mit jedem schweren Krankheitsverlauf verbunden ist – auch einige Punkte zum positiven Verändern könnte:

Sind wir persönlich auf Krisenzeiten vorbereitet?

krisenvorsorge

Ich dachte bisher immer ich wäre für Krisen relativ gut gewappnet. Ich habe einige Bücher zu diesem Thema gelesen, habe eine paar der Dinge die in diesem Büchern empfohlen werden umgesetzt und fühlte mich damit schon fast wie ein Prepper.

Und dann kam Corona und ich musste feststellen: Ich bin absolut nicht vorbereitet!

Sicher – es ist momentan nicht nötig in den Bunker zu springen und sich auf den finalen Kampf der Überlebenden alá MadMax vorzubereiten.

Man kann trotz aller Einschränkungen noch „normal“ einkaufen gehen, fast alles ist nach wie vor in den Supermärkten verfügbar. Die Ärzte und das Medizinsystem arbeiten am und über dem Limit aber man hat immer noch das Gefühl „Da ist jemand an den ich mich wenden kann“.

Und jetzt stellt euch mal vor Corona hätte keine Sterblichkeitsrate von 1 % sondern von 10 , 30 oder 50%. Sogar die berüchtigte Spanische Grippe hatte nur eine Rate von 6% und trotzdem sind ca 50 Millionen Menschen gestorben. Und der Verlauf wäre nicht nur bei eine Risikogruppe lebensbedrohlich sondern auch bei jungen und fitten Menschen.

Ihr könnt davon ausgehen, dass die Versorgung nicht mehr so laufen würde wie sie es jetzt noch tut. Wer wirklich Gefahr läuft zu sterben wenn er in Kontakt mit anderen Menschen kommt der füllt auch keine Supermarktregale mehr auf oder produziert in der Fabrik Klopapier.

Jeder sollte sich die Frage stellen: Wie lange könnte ich und meine Familie dann überleben?

Und bei mir hat sich leider gezeigt, dass das Zeitfenster doch arg klein ist.
Sicher – der kleine Dosenvorrat würden uns für ein paar Tage über Wasser halten und Klopapier lässt sich mit Wasser oder Altpapier ersetzen. Aber wenn ich wirklich von heute auf morgen das Haus/Grundstück nicht mehr verlassen könnte um mich nicht in Lebensgefahr zu begeben dann hätten wir ernsthafte , existentielle Probleme. Da bringt mir auch das Aktiendepot und die P2P-Kredite nichts, denn niemand riskiert sein Leben um mir für etwas Geld Nahrung zu bringen.

Was ich aus der Coronakrise in diesem Punkt positives mitnehme:

  • Ich bin schlecht vorbereitet und das muss sich dringend ändern.
  • Wenn es soweit ist, dass es absehbar zu einer Krise kommt ist es zu spät. Dann sind die Hamsterkäufer schon am Werk und alles beginnt zusammen zu brechen. Dann erst einen Notfallplan zu machen ist zu spät.
  • Ich bin dankbar, dass – vermutlich und hoffentlich – diese Pandemie „relativ“ mild abläuft und wir in absehbarer Zeit wieder „normal“ leben können. Aber so überrascht werden will ich nicht wieder.
  • Sobald die aktuelle Krise etwas unter Kontrolle ist werde ich beginnen mich besser vorzubereiten. Hilfreiche Bücher dazu habe ich schon – hatte es nur bisher immer nur halbherzig umgesetzt:

5 Jahre Rückstand in 10 Tagen aufholen….

homeoffice

Eine weitere positive Entwicklung sehe ich aktuell im beruflichen Bereich. Während es die letzetn 5 Jahre bei unserem – eher konservativen – Arbeitgeber immer hieß: „HomeOffice – das ist gar nicht möglich, das kann nicht funktionieren in unserer Struktur“ , haben wir jetzt innerhalb von nicht einmal 10 Tagen fast 90% der Arbeiter aus unserem Bereich ins „mobile Office“ gebracht.

Ja „mobile Office“ deshalb um sich um die Ausstattung der jeweiligen Arbeitsplätze zu „drücken“ die beim „Homeoffice“ vom Arbeitgeber übernommen werden müssen.

Was in anderen Firmen schon seit Jahren möglich und selbstverständlich ist hält jetzt also auch bei uns Einzug. Sicher läuft so ein Notfallbetrieb nicht reibungslos – aber das wichtigste ist sowieso einmal zu Zeigen :

Ja es geht! Wenn man gezwungen ist ein Dokument online zu erstellen statt es auf seine Overhead-Folie zu kritzeln dann werden plötzlich all die ganzen „unmöglich per Webkonferenz durchführbaren“ Besprechungen digital.
Und nur weil man Dokumente „schon immer“ von einer Anlage in die nächste geschoben hat um einen Vorgang zu bearbeiten , bedeutet das nicht dass man so etwas nicht digital abbilden kann.

Die Arbeitswelt wird in Folge dieser Krise einen Boost in Richtung Digitalisierung erleben. Nicht für jeden ist HomeOffice ein Traum und für manche ist es tatsächlich nicht umsetzbar. Aber für hundertausende „Bildschirmarbeiter“ wird sich in den kommenden Jahren einiges ändern – auch weil die Unternehmen gezwungen sind sich darauf einzulassen. Von selbst wären diese Veränderungen nicht gekommen.

WAS ICH AUS DER CORONAKRISE IN DIESEM PUNKT POSITIVES MITNEHME:

  • Endlich werden Jahre des Ignorierens und Verschleppens moderner Arbeitsmethoden im Eiltempo aufgeholt.
  • Firmen sind gezwungen sich der neuen Möglichkeiten zu bedienen die das Internet und die Digitalisierung bietet. Manchen mag das nicht schmecken aber vor allem die Jungen werden diese neuen Möglichkeiten zum Vorteil von allen nutzen können.
  • Ich hab für mich auch erkannt, dass ein reiner Homeoffice-Arbeitsplatz nichts für mich ist. Ab und an von zuhause aus arbeiten: Schön. Aber man braucht auch einmal die Distanz und das Arbeitsumfeld in einem „altmodischen“ Büro – wo keine Wand darauf wartet gestrichen zu werden oder die Frau meckert man könne ruhig auch mal die Teller abwaschen „wenn man schon zuhause hocke“ 😉

Und auch Umweltschutz ist plötzlich nicht mehr utopisch

naturschutz

Kreuzfahrtschiffe verbieten? Flugreisen beschränken?

Absolut unmöglich! Das war bis vor einigen Wochen noch Konsenz wenn es um derartige Forderungen der FridayForFuture Bewegung ging. Die ganze Welt würde zusammen brechen wenn man den Flugverkehr drosseln würde.

Und nun? Siehe da … Einige Influencer können nicht mehr in Urlaub fahren, andere müssen Ihre Kreuzfahrt absagen und ja – auch ein paar Firmen geraten damit an den Rand des Bankrotts:

Aktienkurs Carnival Cruises (Kreuzfahrtanbieter)

Aber was passiert im Gegenzug? Die Natur reagiert sofort – und das positiv:

  • Delfine in Italiens Häfen (https://www.n-tv.de/der_tag/Delfine-erobern-italienische-Haefen-zurueck-article21652803.html)
  • Venedig Wasserqualität verbessert sich spürbar (https://www.welt.de/vermischtes/article206632329/Coronavirus-In-Venedigs-Kanaelen-ist-das-Wasser-so-klar-wie-nie.html)
  • Stickoxidbelastung in China stark gesunken (https://www.heise.de/tp/features/Nicht-nur-gut-fuer-das-Klima-und-saubere-Luft-4673987.html)

Ja alle diese Effekte haben einen wirtschaftlichen Preis. Aber wir müssen uns fragen : Sind wir bereit für unsere Umwelt diesen Preis zu zahlen? Oder funktioniert es wirklich nur wenn wir von der Natur gezwungen werden etwas zu tun oder zu sterben?

WAS ICH AUS DER CORONAKRISE IN DIESEM PUNKT POSITIVES MITNEHME:

Wir können etwas tun für unsere Natur und es ist nicht zu spät. Die Natur kann sich regenerieren. Es kostet und alle etwas. Entweder wirtschaftlich oder an Lebensqualität – aber das ist es meiner Meinung nach wert!

Endlich mal aufräumen

heimwerker

Ok der Punkt ist jetzt nicht ganz so ernst zu nehmen aber wer kennt es nicht:

  • Die Bilder will ich unbedingt mal sortieren und aufhängen
  • Dieser letzte Balken muss endlich mal fertig gestrichen werden
  • Ja die Steuererklärung.. da muss ich dran

Aber dann ist doch immer irgendwas verlockender: Der Nachbar läd zum Grillen ein, das Freibad öffnet, die Luft ist spitze zum Wandern gehen, im Kino kommen gerade nur geile Filme…

Aber das hat sich (ausser das Wandern) für den Moment alles erledigt.

Man kann …nein man DARF viele ablenkende Tätigkeiten gar nicht mehr machen. JETZT ist also die Zeit um den ganzen Kram zu machen für den man nie Zeit hatte.

Kein „schlechtes Gewissen“, kein „ich verpasse sicher etwas“ , kein „das gute Wetter nutzen“. Diese Wochen gehören nur euch und euren Projekten zuhause. Pakt es an 🙂

WAS ICH AUS DER CORONAKRISE IN DIESEM PUNKT POSITIVES MITNEHME:

  • Meine Steuererklärung 🙂 Wobei ob die so positiv ist und ob das Buch seinen Preis wert war wird sich zeigen 🙂
  • Endlich mal das ganze Wochenende zuhause arbeiten , renovieren , Ordnung machen ohne das man sich anhören muss was man alles verpasst hat. Hat schon was 🙂 Ob das jetzt über Monate so positiv ist glaube ich eher nicht – aber für den Moment sicher mal was anderes.

Bleibt gesund und kommt gut über diese Krise

Und damit meine ich nicht nur wirtschaftlich. Der „verordnete Dauerkontakt“ mit euren Liebsten oder Mitbewohnern kann auf jeden Fall auch anstrengend werden.

Passt auf euch auf, sucht euch eine Beschäftigung und bleibt gesund 🙂

3 Replies to “Abseits der Börsenkurse – Positives der Corona Pandemie

  1. Ich kann echt nicht glauben, dass man sich hier bei der größten Wirtschaftskrise aller (!) Zeiten noch „freut“, dass es ja „der Umwelt“ angeblich (!) besser geht, weil jetzt keine Schiffe mehr auf dem Meer schippern.

    Junge, hier geht es bald um Leben oder Tod und zwar nicht nur bei den Grippe-Infizierten, sondern weil ganze Städte angezündet werden aufgrund von extremen Mangelzuständen.

    Da wird kein Stein mehr auf dem anderen stehen und manche freuen sich hier in Blogs auch noch über „endlich mal Zeit zur Entschleunigung“… ihr habt sie echt nicht mehr alle auf dem Draht und seid sowas von esoterisch-verblendet, ey…

    Aber das ist ja genau das was FFF wollte: Die Menschheit soll sich am Besten selbst zerfleischen… hauptsache „dem Klima“ geht’s dann wieder gut… und wisst ihr was: es wird TROTZDEM wärmer werden und das wird mir dann sowas von AM ARSCH VORBEI GEHEN!

    1. Welche extremen Mangelzustände meinst du? Und warum sollte jemand wenn es ihm an etwas fehlt noch mehr zerstören wollen?

      Keine Ahnung, aber das Wesentliche läuft weiter oder wächst jetzt plötzlich nix mehr, weil ein Virus durch die Welt fegt?

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