Schufa will Strom- und Gasanbieterwechsler brandmarken

Wie so viele andere Blogger auch habe ich euch in mehreren Beiträgen den regelmäßigen Wechsel von euren Energieversorgern (Strom, Gas etc) empfohlen (Geld sparen durch Anbieterwechsel) .

Regelmäßiger Wechsel der Energieversorger

Seinen Energieversorger zu wechseln wurde in den letzten Jahren auch von den Energieversorgern selbst immer leichter gemacht und auch forciert.

Alle großen Anbieter beteiligten sich an Preisvergleichsdiensten wie Check24 oder Verifox. Außerdem gab es immer größere „Neukunden“ und „Wechsler“-Boni. Von reinem Geldbonus über IPhones, Fahrräder, Fernseher und andere Dinge war alles dabei.

Und wenn man sich nicht von den Boni blenden lies war ein regelmäßiger Wechsel auch finanziell fast immer zu empfehlen. 100 – 300 € Ersparnis durch einen „Bonus“ im ersten Jahr holt man auf Versorger-Seite nun mal häufig durch hohe Grundpreise in den weiteren Jahren wieder rein.

Das Model beruht also auf dem Plan der Konzerne die Kunden durch hohe Boni zum Abschluss zu bekommen und dann darauf zu hoffen, dass diese den Vertrag einige Jahre laufen lassen.

Doch da haben die Finanzblogs und auch Dienste wie z.B. Aboalarm (wo man automatisiert und zeitgesteuert Kündigungen für Abos und Verträge erstellen lassen kann) wohl immer mehr „Probleme“ gemacht.

Die blöden Kunden nutzen doch tatsächlich die angebotenen Dienste, suchen sich das rentabelste Angebot und kündigen dann nach Ablauf der ersten Vertragslaufzeit um weiter zu ziehen.

So gehts ja nicht….

Irgendwer in der Chefetage der Energieversorger

Mit der Schufa im Boot Dauerwechsler aussortieren

Dem Ganzen soll nun nach Recherchen, die das NDR zusammen mit der SZ veröffentlicht haben, ein Riegel vorgeschoben werden. (Artikel : Mit Datenbanken gegen Wechselkunden)

Demnach plant die Schufa eine gemeinsame Datenbank mit den Energieversorgern aufzubauen in die – im idealfall branchenweit – alle Vertragsdaten der Kunden gespeichert werden sollen.

Ziel ist es Kunden zu erkennen die regelmäßig Ihre Energieverträge wechseln.

Und wenn man diese „Bonushopper“ einmal erkannt hat ist es natürlich ein leichtes dagegen vorzugehen.

„Sie wollen wir als Kunde nicht haben“

schufa datenbank strom

Denn es ist keine Pflicht eines Energieunternehmens einen willigen Kunden zu akzeptieren. Lediglich der Grundversorger im jeweiligen Gebiet des Kunden muss Strom und Gas liefern wenn kein anderer dies tut. Aber die großen landesweit tätigen Anbieter müssen dies nicht.

So könnte zukünftig ein „Bonushopper“ einfach abgelehnt oder ihm andere Preise genannt werden als „normalen“ Kunden. Im schlimmsten Fall bliebe dann nur noch der Tarif des Grundversorgers – mit der Folge , dass dieser dann quasi ein Monopol auf alle in seinem Gebiet ansässigen „Unerwünschten“ hätte. Die müssten dann seine Preise akzeptieren – ob sie wollen oder nicht.

Letzte Hoffnung Datenschutz

Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder sind von solchen Ideen natürlich gar nicht begeistert und wollen im November darüber beraten.

Offiziell gibt es ein Projekt mit dieser Zielsetzung laut Schufa natürlich auch gar nicht nicht … 😉

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.

Walter Ulbricht am 15. Juni 1961

Also nutzt lieber noch die Chance bevor ihr auf der schwarzen Liste landet

Ich hoffe sehr, dass öffentlicher Druck und die Datenschützer diesem Vorhaben ein Ende setzen können. Allerdings mache ich mir keine Illusionen – das Vorhaben ist in der Welt. Wenn nicht offiziell mit der Schufa werden die Energieversorger – zumindest die die dagegen vorgehen wollen – wohl selbst etwas „intern“ aufziehen. Und dann könnte man sich demnächst wundern warum der Wechsel nun plötzlich nicht mehr so reibungslos klappt…

Artikel: Stromanbieter wechseln und Cashback sichern

6 Replies to “Schufa will Strom- und Gasanbieterwechsler brandmarken

  1. Ja. Hier bei uns im hohen Norden gibt es für solch bürgerfernes Verhalten den Ausdruck von den “nicht so hellen Kerzen am Baum”.
    Man kann sicher nur froh sein, dass der für die Schufa zuständige Datenschutzbeauftragte Hessen nicht in einer staatlichen Behörde angestellt/verbeamtet ist und auch noch von Steuergeldern bezahlt wird. Ansonsten würde er sicherlich für die aktuellen Aussagen zu den geplanten Machenschaften zwischen Schufa und den Energieversorgern vom verantwortlichen Dienstherrn auf den bürgernahen Weg zurück verwiesen.

    Sicherlich werden (und haben) die Energieversorger aber ohnehin schon andere Wege finden/gefunden, die in Deutschland so gelobte Marktwirtschaft im eigenen Interesse zu umgehen.
    Das im Fernsehbeitrag erwähnte Beispiel mit dem Kunden, der bei Vattenfall ohne erkennbaren Grund abgewiesen wurde habe ich nämlich auch schon erlebt. Somit wurden die dazu notwendigen Daten offenbar schon von Vattenfall auf anderem Weg „besorgt“.
    Doch auch die Marktmacht der Verbraucher sollte nicht unterschätzt werden! Solchen Anbietern wie hier Vattenfall kann man mit entsprechenden Beauftragungen über Vergleichsportale und anschließend passenden Beurteilungen durchaus sehr viel Aufwand, Kosten und den angemessenen Ärger bereiten und ihnen damit auf den kundengerechten Weg zurück helfen. Und mir müssen solche „Unternehmen“ dafür noch nichtmal danken.

  2. Hallo Oli,

    vorab vielen Dank für diesen Artikel.

    Als ich das las, dachte ich „mein Schwein pfeift“ …..
    Bei jedem Punkt und Komma wird immer auf den Datenschutz verwiesen und wie sicher doch die privaten Daten / Informationen sind und dass das auch keiner auswertet. Von wegen. Das ist ein weiterer Baustein / Beweis dafür, dass wir mehr und mehr in „1984“ (George Orwell läßt grüßen) angekommen sind.
    Nach außen den Schein des Datenschutzes wahren und intern wird analysiert und ausgewertet was das Zeug hält.

    1. Man kann sicher nur froh sein, dass der für die Schufa zuständige Datenschutzbeauftragte nicht in einer staatlichen Behörde angestellt ist und auch noch von Steuergeldern bezahlt wird. Ansonsten würde er sicherlich für die akt. Aussagen zu den geplanten Machenschaften zw. Schufa und Energieversorgern vom verantwortlichen Dienstherrn auf den bürgernahen Weg zurück verwiesen.
      Sicherlich haben die Energieversorger aber ohnehin schon andere Wege gefunden, die in Deutschland so gelobte Marktwirtschaft im eigenen Interesse zu umgehen.
      Das im Fernsehbeitrag erwähnte Beispiel mit dem Kunden, der bei Vattenfall ohne erkennbaren Grund abgewiesen wurde habe ich nämlich auch schon erlebt. Somit wurden die dazu notwendigen Daten offenbar schon von Vattenfall auf anderem Weg „besorgt“.
      Doch auch die Marktmacht der Verbraucher sollte nicht unterschätzt werden!
      Solchen Anbietern wie hier Vattenfall kann man mit entsprechenden Beauftragungen über Vergleichsportale und anschließend passenden Beurteilungen durchaus sehr viel Aufwand, Kosten und den angemessenen Ärger bereiten und ihnen damit auf den kundengerechten Weg zurück helfen. Und mir müssen solche „Unternehmen“ dafür nicht mal danken.

  3. Da muss man sich schon fragen, warum ich als Webseitenbetreiber irgendwelche Datenschutzbestimmungen und Cookie-Meldungen einbauen muss, weil irgendwas gespeichert werden könnte, was ich nicht auswerte, aber solche Unternehmen mal eben solche Datensammlungen erstellen können.

    Und dann noch aus diesen Gründen. Irgendwo kann ich noch nachvollziehen, dass die Schufa speichert, wer ein schlechter Zahler ist, aber wer zu oft den Vertrag wechselt mit Angeboten, welche die Unternehmen selbst anbieten?

    1. Hey,

      ja das sehe ich auch so. Ich bin von diesen ganzen Cookie-Abfragen auf allen möglichen Seiten nur noch genervt. Und die wirklich wichtigen Datenschutzthemen bei den Datenkraken werden nicht angegangen :-/

      mfg
      Oli

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